Wer am letzten Mai-Wochenende über den Brenner nach Österreich oder Italien reisen möchte, muss sich auf massive Probleme einstellen. Am 30. Mai soll die Brennerautobahn (A13) wegen einer Demonstration gesperrt werden. Nach Einschätzung des ADAC betrifft das eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas mitten in der Pfingst-Reisezeit.
ADAC warnt vor Verkehrschaos
Der Automobilclub spricht von einem verkehrspolitischen Horrorszenario. Geplant ist, den Abschnitt zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Brenner von 11 bis 19 Uhr zu sperren. Gerade an Feiertagswochenenden ist die Strecke ohnehin stark belastet und stauanfällig.
Besonders problematisch: In Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt sind Ferien. Auf der Brennerautobahn sind jedes Jahr rund 14 Millionen Fahrzeuge unterwegs. Eine fast vollständige Abriegelung des Wipptals gilt daher als außergewöhnlicher Eingriff.
Kaum brauchbare Alternativen
Ausweichmöglichkeiten gibt es laut ADAC praktisch nicht. Auch die Tauernautobahn (A10) stoße regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen. Eine komplette Verlagerung des Verkehrs vom Brenner dorthin sei unrealistisch.
Ebenso wenig geeignet seien Strecken über den Reschenpass, das Timmelsjoch oder die Felbertauernstraße, da auch diese Straßen die zusätzliche Belastung nicht aufnehmen könnten.
Das Land Tirol kündigte an, den Transitverkehr großräumig umzuleiten — unter anderem über die Schweiz und angrenzende Bundesländer. Diese Hinweise sollen auch in Navigationssysteme eingepflegt werden.
Auch Nebenstraßen sind keine Lösung
Wer auf Schleichwege hofft, dürfte ebenfalls enttäuscht werden. Tirol will nicht nur die Autobahn sperren, sondern auch den Durchgangsverkehr auf der parallel verlaufenden Bundes- und Landesstraße unterbinden.
Die Landesregierung warnt daher ausdrücklich, dass der Brennerkorridor am 30. Mai für Durchreisende nicht nutzbar sein werde. Zusätzlich sind Polizeikontrollen geplant. Fahrzeuge ohne Ausnahmeberechtigung sollen zurückgeschickt werden.
Der ADAC weist zudem darauf hin, dass das nachgeordnete Straßennetz schon jetzt dauerhaft überlastet ist.
Empfehlung: Reise besser verschieben
Sowohl der ADAC als auch die Tiroler Landesregierung raten davon ab, an diesem Tag durch Tirol zu fahren. Der Automobilclub erwartet auch an den Tagen davor und danach deutlich mehr Verkehr als üblich.
Innerhalb Tirols sollen Autofahrten möglichst auf das Notwendigste beschränkt werden. Urlauber, die ihre Fahrt noch ändern können, sollten laut ADAC unbedingt umplanen und einen anderen Reisetag wählen.
Grund für die Sperre
Hintergrund ist eine Demonstration gegen die hohe Verkehrsbelastung in den betroffenen Gemeinden entlang der Strecke. Angemeldet wurde sie vom Bürgermeister von Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, als Privatperson.
Frühere Anträge waren abgelehnt worden. Erst 2025 bekam eine Beschwerde mit Verweis auf die Versammlungsfreiheit vor dem Tiroler Landesverwaltungsgericht Recht.
Der Autobahnbetreiber Asfinag rechnet damit, dass während der Sperre mehr als 32.000 Fahrzeuge den Brenner nicht passieren können. Der Brennerpass gilt als wichtigste und meistbefahrene Straßenverbindung zwischen Mittel- und Nordeuropa und Italien.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion