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Alarm! Zwei Brände in Spanien

Spaniens Feuerdrama ist noch nicht vorbei: Nach Massen-Evakuierungen kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen neue Waldbrände.

02.08.2026, 12:34 Uhr

Dichte Rauchschwaden, Löschflugzeuge und unermüdliche Feuerwehren prägen weiter das Bild in Südeuropa. Während sich die Lage in Spanien und der Türkei zuletzt etwas entspannt hat, kämpft die Feuerwehr in Griechenland weiter gegen einen großflächigen Brand rund 50 Kilometer westlich von Athen.

Spanien: Neue Brände, aber insgesamt leichte Entspannung

Im von zahlreichen Feuern betroffenen Spanien waren zuletzt auch zwei weitere Brände ausgebrochen. In der westspanischen Provinz Cáceres griff am Samstag ein Feuer von einem brennenden Lastwagen rasch auf die umliegende Vegetation über. Darüber informierte die Polizeieinheit Guardia Civil auf der Plattform X.

Mehr als 800 Menschen aus den Orten Casas de Millán und Grimaldo wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. Der Brand in der an Portugal grenzenden Region Extremadura wird in der niedrigsten Alarmstufe 1 geführt.

Auch in Katalonien hatte sich die Lage zwischenzeitlich verschärft: In der Nähe von Lleida wurde ein Waldbrand durch kräftige Winde erneut angefacht und breitete sich weiter aus, wie die Feuerwehr auf X mitteilte. In der Umgebung des Ortes Senet loderten die Flammen in steilen Schluchten. Dort waren unter anderem fünf Löschflugzeuge im Einsatz. Der höchste betroffene Punkt liegt Berichten zufolge bei rund 2300 Metern. Evakuierungen waren dort zunächst nicht nötig.

Nach Angaben des Portals Incendios Forestales en España, das Daten aus allen autonomen Regionen auswertet, sind landesweit derzeit 43 Waldbrände aktiv, darunter in Kastilien und León, Katalonien, Valencia und Kastilien-La Mancha.

Gleichzeitig hat sich die Lage nach den dramatischen Tagen zuvor etwas beruhigt. Die schweren Waldbrände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo sind inzwischen weitgehend eingedämmt. Die meisten Evakuierungsanordnungen und Ausgangsbeschränkungen wurden wieder aufgehoben.

Deutsche Spezialkräfte helfen in Kastilien-León

Bei der Brandbekämpfung in Spanien unterstützt seit dem Wochenende auch eine Spezialeinheit aus Nordrhein-Westfalen die örtlichen Einsatzkräfte. Mehr als 50 Feuerwehrleute helfen in der nordwestlichen Region Kastilien-León beim Aufspüren und Ablöschen von Glutnestern.

Nach Angaben der Feuerwehr Bonn waren die Einsatzkräfte aus Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Königswinter und Ratingen am Samstag nach einer rund 2000 Kilometer langen Anreise mit einem Konvoi von 21 Fahrzeugen am Ziel angekommen. Unmittelbar danach begann ein Team bereits mit der Unterstützung spanischer Einheiten bei einem Brand in einem Naturschutzgebiet.

Griechenland: Großbrand westlich von Athen – tödlicher Hubschrauber-Zusammenstoß

Deutlich angespannter bleibt die Lage in Griechenland. Der Brennpunkt liegt rund 50 Kilometer westlich von Athen am dicht bewaldeten Gebirgsmassiv Kithairon. Dort kämpfen Hunderte Einsatzkräfte, darunter auch Feuerwehrleute aus Rumänien und Frankreich, gegen einen Großbrand.

Nach Angaben der Meteorologen haben die stürmischen Winde, die bis Samstag gewütet hatten, inzwischen etwas nachgelassen. Ein Sprecher der Feuerwehr sprach deshalb von einem Hoffnungsschimmer.

Überschattet wurden die Löscharbeiten von einem schweren Zwischenfall: Nach Berichten des griechischen Rundfunks ERT sind bei der Ortschaft Psatha zwei Löschhubschrauber zusammengestoßen. Die Feuerwehr leitete eine großangelegte Such- und Rettungsaktion ein. Im griechischen Fernsehen war ein Video zu sehen, das den Unglücksmoment zeigen soll.

Demnach berührte ein Hubschrauber den Rotor des anderen. Kurz darauf explodierte der zweite Helikopter und stürzte brennend ab. Die Feuerwehr bestätigte später den Tod der beiden Piloten. Der andere Hubschrauber konnte laut Staatsfernsehen notlanden; sein Copilot wurde nach Medienberichten verletzt. Nach Feuerwehrangaben überlebten beide Besatzungsmitglieder dieses Helikopters.

Brand nähert sich Megara

Unterdessen haben sich die Flammen bis auf wenige Kilometer an die Stadt Megara mit rund 36.000 Einwohnern herangefressen. Nach ersten Schätzungen wurden seit Freitag mehr als 10.000 Hektar Wald zerstört. Zudem brannten laut ERT auch Häuser, Ställe und landwirtschaftliche Flächen ab.

Der Bürgermeister von Megara beschrieb die Lage im Rundfunk als chaotisch. Im Raum Athen ist der Großeinsatz unüberhörbar: Immer wieder sind Löschflugzeuge und Hubschrauber auf dem Weg in das Krisengebiet. Landesweit wurden laut Feuerwehr bislang 13 Menschen wegen fahrlässiger Brandstiftung festgenommen.

Griechischer Regierungschef: Lage außergewöhnlich

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sprach von einer außergewöhnlichen Lage. Es gebe Wetterereignisse, deren Art und Intensität jede menschliche Planung und operative Leistungsfähigkeit überfordern könnten, erklärte er in einem Facebook-Beitrag.

Evakuierungen, Tierrettungen und große Schäden

Mehrere Ortschaften wurden per Warn-SMS zur Evakuierung aufgefordert. Während die Feuerwehr die Flammen bekämpfte, brachten Tierschutzvereine laut dem Portal Ethnos Haus-, Nutz- und Wildtiere aus den betroffenen Gebieten in Sicherheit.

Meteorologen gehen davon aus, dass im Westen Athens bislang rund 10.000 Hektar Wald und landwirtschaftlich genutzte Flächen zerstört wurden.

Türkei und Frankreich: Teilweise unter Kontrolle

In der Türkei sind nach Angaben von Forstminister Ibrahim Yumakli derzeit alle Waldbrände vollständig unter Kontrolle. Seit Mittwoch seien landesweit mehr als 300 Feuer bekämpft worden. Zugleich mahnte der Minister zur Wachsamkeit, weil starke Winde vor allem im Süden und Westen Brände erneut anfachen könnten.

In Frankreich ist der größte Brand im Südwesten des Landes zwar seit Samstag unter Kontrolle, die Lage gilt nach Angaben der Präfektur als stabil. Dennoch beschäftigen aktive Brandherde die Einsatzkräfte weiter, unter anderem in Lège-Cap-Ferret und Le Porge. Auch im Département Var hat sich ein Feuer in der Nacht nach Behördenangaben nicht weiter ausgebreitet, doch dort sind weiterhin rund 1500 Feuerwehrleute im Einsatz. Ein weiterer kleinerer Brand wurde zudem aus der Gemeinde Bayons im Südosten des Landes gemeldet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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