Wetter

Unwetter-Schock: Spanien in Alarm

Sintflut in Spanien: In Katalonien und im Baskenland laufen Straßen und Keller voll – die Feuerwehr kämpft pausenlos.

04.10.2026, 09:23 Uhr

Schwere Unwetter in Spanien: Mindestens drei Tote, Überschwemmungen in Katalonien und im Baskenland

Heftige Unwetter haben in Spanien mindestens drei Menschen das Leben gekostet. Außerdem wurde mindestens eine weitere Person vermisst. Besonders stark betroffen war die nordostspanische Region Katalonien mit der Metropole Barcelona. Nach Angaben des regionalen Wetterdienstes Meteocat fielen dort am Samstag und in der Nacht zum Sonntag stellenweise mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter.

Zahlreiche Straßen, Keller und Erdgeschosse wurden überflutet, Bäume entwurzelt und Flüsse traten über die Ufer. Aus L’Hospitalet de Llobregat nahe Barcelona wurden Bilder von überfluteten Straßen gezeigt. Teilweise wateten Menschen dort knietief durch das Wasser, auch in Hauseingängen und Treppenhäusern stand das Wasser hoch.

Wie die Feuerwehr mitteilte, gingen in Katalonien in der Nacht zum Sonntag mehr als 1.000 Notrufe ein. In den meisten Fällen ging es um vollgelaufene Keller, überflutete Wohnungen und umgestürzte Bäume. Zudem mussten Einsatzkräfte mehrere Menschen aus Fahrzeugen befreien, die von den Wassermassen eingeschlossen worden waren.

Drei Todesopfer und ein Vermisster

In der Stadt Tordera, rund 65 Kilometer nordöstlich von Barcelona, starb ein Mann, als eine Mauer auf ihn stürzte. Das sagte Bürgermeisterin Elisabet Magias dem Sender Canal 24. Nach Angaben der Feuerwehr kam außerdem in Montornès de Vallès eine weitere Person ums Leben. In der Region von Pineda de Mar wurde nach einem Vermissten gesucht.

Bereits am Samstag war im Ort Madrigueras in der Region Kastilien-La Mancha eine 102 Jahre alte Frau in ihrem Haus ertrunken. Aufnahmen zeigten dort, wie Straßen zu reißenden Fluten wurden. Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach den Angehörigen der Verstorbenen sein Beileid aus.

Region rund um Barcelona besonders schwer getroffen

Besonders heftig traf das Unwetter Katalonien im Nordosten Spaniens. Vor allem im Raum Barcelona sorgten die Regenmassen für erhebliche Schäden. Straßen wurden unpassierbar, Gebäude liefen voll und der Verkehr wurde teils massiv behindert.

Auch aus dem Baskenland rund um Bilbao wurden Überflutungen und unter Wasser stehende Straßen gemeldet. In Teilen der Altstadt von Bilbao reichte das Wasser Berichten zufolge bis zu den Knien. Mancherorts kam der Verkehr deshalb zeitweise komplett zum Erliegen.

Wetterexperten warnen vor Folgen des Klimawandels

Wetterexperten weisen seit längerem darauf hin, dass der menschengemachte Klimawandel heftige Unwetter wahrscheinlicher macht. Besonders das stark aufgeheizte Mittelmeer erhöht nach Angaben des spanischen Wetterdienstes Aemet das Risiko extremer Regenfälle an Land.

Je höher die Wassertemperatur, desto mehr Wasser verdunstet. Über dem warmen Meer entstehen dadurch große, feuchtwarme Luftmassen. Treffen diese auf eine Kaltfront, kann es zu extremen Regenfällen kommen. Im vergangenen Sommer wurden im Mittelmeer örtlich Wassertemperaturen von bis zu 33 Grad gemessen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen