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Flut-Schock in Indien und Nepal: über 100 Tote

Seit Tagen prasselt Regen auf Indien und Nepal herab – jetzt reißen Fluten und Erdrutsche alles mit, sogar die Klettersaison wackelt.

28.09.2026, 10:50 Uhr

Schwere Niederschläge infolge eines Monsuntiefs haben im Norden Indiens und im benachbarten Nepal verheerende Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst. Nach Angaben der Behörden kamen in beiden Ländern bislang mehr als 100 Menschen ums Leben. Allein im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh wurden 81 Todesfälle registriert.

In Nepal starben nach Angaben eines Sprechers der Katastrophenschutzbehörde NDRRMA landesweit mindestens 27 Menschen. In zahlreichen Regionen stürzten Häuser und Brücken ein, Straßen wurden beschädigt oder weggerissen, Felder verwüstet und ganze Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten.

Als Ursache gilt laut dem indischen Wetterdienst ein Monsuntief aus dem Golf von Bengalen, das über Zentralindien zog und auch Nepal erfasste. Dort neigt sich die Monsunzeit eigentlich bereits dem Ende zu. Meteorologen rechnen inzwischen mit einer Entspannung der Lage. In Kathmandu zeigte sich am Montag bereits wieder die Sonne.

Tote nach Lawine in Nepal

Die heftigen Regen- und Schneefälle der vergangenen Tage haben jedoch vielerorts den Verkehr auf Straßen und Wanderwegen lahmgelegt. Die Behörden setzten deshalb an mehreren Bergen Trekking- und Klettertouren vorübergehend aus – ein empfindlicher Rückschlag mitten in der wichtigen Herbstsaison für Alpinisten. Bereits am Sonntag waren am Himlung im Himalaya mindestens zwei Menschen durch eine Lawine ums Leben gekommen. Auch dieses Unglück bringen die Behörden mit dem Monsuntief in Verbindung.

Der Herbst gilt in Nepal als besonders beliebte Zeit für Besteigungen von Achttausendern wie Manaslu und Makalu. Insgesamt erhielten 579 Bergsteiger aus 67 Ländern Genehmigungen für verschiedene Gipfel. Der Mount Everest wird dagegen üblicherweise im Frühjahr, vor allem im April und Mai, bestiegen.

Nepal ist wegen seiner steilen Gebirgslandschaften und zahlreichen großen Flüsse besonders anfällig für Naturkatastrophen. Erst Ende August hatte eine schwere Sturzflut im Himalaya massive Verwüstungen angerichtet. Damals kamen allein in Nepal rund 1.450 Menschen ums Leben, mehr als 5.500 gelten weiterhin als vermisst. Als Ursache wird der Abbruch großer Mengen von Gletschereis und Fels angenommen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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