Borussia Mönchengladbach steckt unter Trainer Eugen Polanski schon nach dem dritten Spieltag tief in der Krise. Beim SC Freiburg kassierte die Mannschaft vom Niederrhein eine deutliche 0:5-Niederlage und verlor damit auch ihr drittes Saisonspiel in der Bundesliga. Vor 34.700 Zuschauern trafen Yannik Engelhardt in der 23. und 79. Minute, Igor Matanovic in der 29. und 77. Minute sowie Maximilian Eggestein in der 86. Minute. Gladbach musste zudem ab der 52. Minute nach Gelb-Rot gegen Kapitän Tim Kleindienst in Unterzahl weiterspielen.
Schon vor dem Anpfiff war die Stimmung bei den Gästen angespannt. Nach dem 3:4 gegen Elversberg hatte Kleindienst seinen Mitspielern geraten, "weniger TikTok zu gucken". Sportdirektor Rouven Schröder erklärte dazu bei Sky, dass sich intern einiges angestaut habe. Kleindienst sei äußerst ehrgeizig, jeder gehe aber anders mit Emotionen um.
Polanski ändert die Startelf ohne Wirkung
Polanski versuchte mit drei Veränderungen in der Anfangsformation eine Reaktion zu erzwingen. David Herold, Robin Hack und Kevin Stöger rückten für Wael Mohya, Mathieu Nguefack und Lukas Ullrich ins Team. Zwar begann Gladbach engagiert, doch echte Gefahr vor dem gegnerischen Tor entstand während der gesamten Partie kaum.
Freiburg trat dagegen zielstrebig auf und wurde von den eigenen Fans mit einer großen Choreografie empfangen. Beim 1:0 half allerdings auch ein Patzer von Moritz Nicolas mit: Nach einer Ecke von Derry Scherhant griff der Gladbacher Keeper daneben, sodass Ex-Borusse Engelhardt leicht einköpfen konnte.

Auch beim zweiten Treffer sah die Gladbacher Defensive schlecht aus. Ein flacher, präziser Pass von Matthias Ginter hebelte die Abwehr komplett aus, Matanovic verwertete direkt und traf über den Innenpfosten zum 2:0. Bis zur Pause ließen die Gastgeber sogar weitere Möglichkeiten durch Engelhardt, Philipp Lienhart und Yuito Suzuki ungenutzt.
Kleindienst schwächt sein Team entscheidend
Zur zweiten Hälfte brachte Polanski Shuto Machino für Hugo Bolin, der offensiv kaum Akzente gesetzt hatte. Doch die Hoffnung auf eine Wende war schnell dahin: Der bereits verwarnte Kleindienst trat Lienhart unnötig auf den Fuß und musste mit Gelb-Rot vom Platz.
Zwar versuchte Polanski mit Isac Lidberg und Wael Mohya noch einmal gegenzusteuern, doch nur Freiburg blieb gefährlich. Matanovic schnürte nach Vorarbeit von Jordy Makengo seinen Doppelpack, nachdem er kurz zuvor noch per Kopf an Nicolas gescheitert war. Bei seiner Auswechslung wurde er von den Fans gefeiert.
Engelhardt erhöhte mit einem kraftvollen Linksschuss auf 4:0, ehe Eggestein, der erst unter der Woche seinen Vertrag verlängert hatte, den Endstand herstellte. Für Freiburg war es der erste Sieg in der Vereinsgeschichte, mit dem der Klub die ersten drei Bundesliga-Partien einer Saison gewann. Entsprechend ausgelassen feierten die Anhänger den neuen Spitzenreiter.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber