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Finale! Zverev nur noch ein Sieg vom US-Open-Triumph

Zverev stürmt ins US-Open-Finale – jetzt wartet ein Amerikaner. Holt er in New York seinen zweiten Grand-Slam-Coup?

12.09.2026, 00:16 Uhr

Zverev zieht ins US-Open-Finale ein

Alexander Zverev hat bei den US Open das Endspiel erreicht und damit die Chance auf seinen zweiten Grand-Slam-Titel gewahrt. Der French-Open-Champion setzte sich im Halbfinale gegen den Russen Karen Chatschanow mit 6:3, 7:6 (9:7), 7:6 (8:6) durch und überzeugte vor allem in den entscheidenden Momenten. Damit kann erstmals seit Boris Becker 1989 wieder ein deutscher Spieler den Titel im Männer-Einzel in New York holen.

„Manchmal laufen die Dinge in deine Richtung. Ich war so oft so nah dran. Vielleicht hat Gott gesagt, dieses Jahr wird dein Jahr, hab einfach Spaß auf dem Platz“, sagte Zverev nach dem Einzug in sein drittes Grand-Slam-Finale in dieser Saison.

Am Sonntag trifft der topgesetzte Hamburger in seinem zweiten US-Open-Finale auf den Sieger des rein amerikanischen Duells zwischen Ben Shelton und Frances Tiafoe. „Es wird unglaublich besonders“, sagte Zverev mit Blick auf das Endspiel. „Sie sind die Publikumslieblinge, alle lieben sie. Ich freue mich darauf, das Halbfinale anzuschauen. Hoffentlich kann ich dafür sorgen, dass der amerikanische Traum nicht wahr wird.“ 2020 hatte er den Titel in New York nach einer 2:0-Satzführung gegen Dominic Thiem noch aus der Hand gegeben – damals fehlten ihm nur zwei Punkte zum Triumph.

Historischer Erfolg für den Hamburger

Mit dem Einzug in sein sechstes Grand-Slam-Finale stellte Zverev mehrere deutsche Bestmarken auf. Kein deutscher Mann stand zuvor zweimal im Finale der US Open. Damit übertrifft er unter anderem Boris Becker, Michael Stich und Gottfried von Cramm. Außerdem gelang ihm als erstem Deutschen der Sprung in drei Grand-Slam-Endspiele nacheinander.

Nach seinem Triumph in Paris und der Finalniederlage in Wimbledon gegen Jannik Sinner könnte Zverev seine starke Saison nun mit dem nächsten Major-Sieg krönen. Durch den Finaleinzug zog er in der Jahreswertung bereits an Sinner vorbei, der in New York verletzt fehlt. Auch in der Weltrangliste rückt die Spitzenposition des Italieners näher.

TV-Experte Boris Becker lobte den Auftritt des Hamburgers ausdrücklich. „Es war sein bestes Match bei diesen US Open, drei Sätze – das gefällt ihm gut“, sagte Becker bei sporteurope.tv.

Prominente Zuschauer im Arthur Ashe Stadium

Auf den Rängen verfolgten zahlreiche bekannte Gesichter die Partie, darunter Jérôme Boateng, Ronaldo sowie die Schauspieler Woody Harrelson und Matthew McConaughey. Letztere saßen direkt hinter der Bank des Deutschen. Trotz der prominenten Kulisse war das Interesse am Zweitmarkt begrenzt: Die Ticketpreise fielen nach Bekanntwerden der Halbfinalpaarung teilweise von über 300 auf etwa 40 US-Dollar.

Für Zverev war es zudem eine Umstellung, da er erstmals bei diesem Turnier am Nachmittag und nicht am Abend spielte. Bei rund 27 Grad zeigte er sich dennoch frisch und konzentriert.

Zverev nutzt seine Chancen konsequent

Zu Beginn sahen die Zuschauer ein eher durchschnittliches Halbfinale. Beide Spieler bestimmten zunächst mit starken Aufschlägen das Geschehen. Dann leistete sich Chatschanow Schwächen bei eigenem Service, was Zverev zum entscheidenden Break im ersten Satz nutzte. Erstmals brüllte der Deutsche dabei seine Freude in Richtung seines Anhangs auf der Tribüne. Nach nur 37 Minuten sicherte er sich den Durchgang, auch weil sein Gegner mehr als doppelt so viele unerzwungene Fehler machte.

Vor dem Halbfinale hatte Zverev bereits mehr als 16,5 Stunden auf dem Platz gestanden – länger als jeder andere Halbfinalist in New York seit Beginn der Zeitmessung. Dennoch wirkte er nach zuletzt drei glatten Drei-Satz-Siegen in Serie körperlich stabil. Im zweiten Satz nahm er Chatschanow sofort den Aufschlag ab. Der Russe kämpfte sich jedoch zurück und glich nach einem Doppelfehler Zverevs zum 2:2 aus. Ein Ausrutscher an der Grundlinie blieb für Zverev ohne Folgen: Er landete auf dem Rücken, blieb aber unverletzt und konnte anschließend sogar darüber lachen.

Zudem hatte Zverev gegen Chatschanow schon im olympischen Finale von Tokio 2021 seine Klasse gezeigt und sich damals die Goldmedaille gesichert.

Starke Nerven in den Tiebreaks

Mit zunehmender Dauer gewann die Partie an Qualität. Im Tiebreak des zweiten Satzes geriet Zverev zunächst zu passiv, lag bereits 3:5 zurück, fand aber rechtzeitig wieder zu seinem Spiel. Zwar wehrte Chatschanow einen Satzball noch spektakulär ab, kurz darauf entschied Zverev den Durchgang aber doch für sich und ließ sich mit ausgebreiteten Armen feiern.

Auch im dritten Satz blieb es eng, da beide ihre Aufschlagspiele sicher durchbrachten. Erneut musste der Tiebreak die Entscheidung bringen. Zverev beklagte sich dabei über blendendes Licht durch Spiegelungen der Sonne. „Es ist eine Lotterie, ob man den Ball sieht oder nicht“, schimpfte er. Trotzdem behielt er die Nerven, wehrte zwei Satzbälle ab und verwandelte schließlich seinen Matchball zum Finaleinzug.

Mit diesem Erfolg steht Zverev in New York vor dem nächsten großen Schritt seiner Karriere.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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