Politik

Ukraine: Russischer Luftschlag fordert Tote und Verletzte

Mit einer verheerenden Mischung aus Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern hat Russland erneut die Ukraine attackiert. Heulende Sirenen rissen die Menschen mitten in der Nacht aus dem Schlaf.

25.04.2026, 10:02 Uhr

Russische Luftangriffe treffen viele Städte in der Ukraine

Ein massiver nächtlicher Luftangriff Russlands hat in mehreren ukrainischen Städten Tote und Verletzte gefordert und schwere Schäden verursacht. Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr setzte Russland dabei nicht nur Drohnen und ballistische Raketen, sondern auch Marschflugkörper ein. In fast allen Teilen des Landes wurde Luftalarm ausgelöst, die Bevölkerung sollte Schutz suchen. Das Außenministerium in Kiew sprach am Morgen von mindestens fünf Todesopfern und mehr als 30 Verletzten.

Besonders heftige Explosionen wurden aus Charkiw und Dnipro gemeldet. Auch Kiew und weitere Städte gerieten unter Beschuss. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, allein in Dnipro habe es fünf Tote und mehr als 40 Verletzte gegeben. 23 Menschen würden im Krankenhaus behandelt, zwei weitere galten zunächst als vermisst. Nach seinen Angaben richteten sich die Angriffe gegen Wohnhäuser, die Energieversorgung und andere zivile Objekte. Zugleich mahnte Selenskyj, der Druck auf Russland dürfe nicht nachlassen und der russische Angriffskrieg nicht durch den Krieg mit Iran aus dem Blick geraten.

Nach Darstellung der ukrainischen Luftwaffe starteten russische Bomber vom Typ Tu-95 kurz nach Mitternacht über dem Kaspischen Meer Marschflugkörper aus großer Entfernung. Als sich diese der Ukraine näherten, seien zusätzlich Drohnen und ballistische Raketen abgefeuert worden. Ziel dieser kombinierten Angriffe sei es gewesen, die ukrainische Flugabwehr zu überlasten.

580 russische Drohnen abgefangen

In ihrer Morgenbilanz meldete die ukrainische Luftwaffe insgesamt 619 feindliche Drohnen sowie 47 Raketen und Marschflugkörper verschiedener Typen. Demnach konnten 580 Drohnen abgefangen werden. Auch die meisten Marschflugkörper des Typs Ch-101 und Kalibr seien unschädlich gemacht worden. Gegen Boden-Boden-Raketen vom Typ Iskander-M verfügt die Ukraine nach eigenen Angaben jedoch weiterhin über kein wirksames Abwehrmittel.

Russland führt seinen Krieg gegen die Ukraine seit mehr als vier Jahren. Rund ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets ist weiterhin von russischen Truppen besetzt. Gleichzeitig wird die Bevölkerung immer wieder durch neue Luftangriffe getroffen.

Ukrainische Drohnenangriffe am Ural

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in derselben Nacht seien 127 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Angriffe habe es demnach nicht nur in der Wolga-Region gegeben, sondern auch weiter östlich in Perm und Jekaterinburg im Ural.

Der Gouverneur des Gebiets Swerdlowsk, Denis Pasler, teilte mit, in Jekaterinburg hätten neun Menschen medizinische Hilfe gesucht. Eine Frau sei mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden. Traumatische Verletzungen habe es demnach nicht gegeben. Nähere Angaben zu möglichen militärischen oder industriellen Zielen machten die russischen Behörden zunächst nicht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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