Russische Luftangriffe treffen zahlreiche Städte in der Ukraine
Bei einem groß angelegten nächtlichen Luftangriff Russlands sind in mehreren ukrainischen Städten Menschen getötet und verletzt sowie erhebliche Schäden angerichtet worden. Nach Angaben der ukrainischen Luftverteidigung kamen dabei nicht nur Drohnen und ballistische Raketen, sondern auch Marschflugkörper zum Einsatz. In weiten Teilen des Landes wurde Luftalarm ausgelöst, die Bevölkerung sollte Schutz suchen. Das Außenministerium in Kiew sprach am Morgen von mindestens fünf Todesopfern und mehr als 30 Verletzten.
Besonders heftige Explosionen wurden aus Charkiw und Dnipro gemeldet. Auch Kiew sowie weitere Städte standen unter Beschuss. Allein in Dnipro wurden laut Staatsanwaltschaft mindestens drei Menschen getötet und 21 weitere verletzt. In den Trümmern eines Wohnhauses wird weiterhin nach Vermissten gesucht.
Nach Darstellung der ukrainischen Luftwaffe starteten russische Bomber vom Typ Tu-95 kurz nach Mitternacht über dem Kaspischen Meer Marschflugkörper aus großer Entfernung. Als sich diese der Ukraine näherten, seien zusätzlich Drohnen und ballistische Raketen abgefeuert worden. Ziel dieser kombinierten Angriffe sei es gewesen, die ukrainische Flugabwehr zu überfordern.
Hunderte Drohnen abgewehrt
In ihrer Morgenbilanz meldete die ukrainische Luftwaffe insgesamt 619 feindliche Drohnen sowie 47 Raketen und Marschflugkörper verschiedener Typen. Demnach konnten 580 Drohnen abgefangen werden. Auch viele Marschflugkörper des Typs Ch-101 sowie Kalibr-Raketen seien unschädlich gemacht worden. Gegen Boden-Boden-Raketen vom Typ Iskander-M verfügt die Ukraine nach eigenen Angaben jedoch weiterhin über kein wirksames Abwehrmittel.
Russland führt seinen Krieg gegen die Ukraine seit mehr als vier Jahren. Rund ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets ist weiterhin von russischen Truppen besetzt. Zugleich wird die Bevölkerung immer wieder durch neue Luftangriffe getroffen.
Auch russische Regionen Ziel ukrainischer Drohnen
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in derselben Nacht seien 127 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Angriffe habe es demnach nicht nur in der Wolga-Region gegeben, sondern auch weiter östlich in Perm und Jekaterinburg im Ural.
Der Gouverneur des Gebiets Swerdlowsk, Denis Pasler, teilte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass mit, in Jekaterinburg seien sechs Menschen verletzt worden. Nähere Angaben zu möglichen militärischen oder industriellen Zielen machten die russischen Behörden zunächst nicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion