Politik

Toter und Verletzte: Schock-Angriff auf die Krim

Mit spektakulären Drohnenangriffen schlägt Kiew tief gegen russische Ziele zurück. Warum die jüngsten Treffer in Wologda und auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim Moskau besonders hart treffen, sorgt jetzt für Aufsehen.

26.04.2026, 11:37 Uhr

Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf die von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist nach Behördenangaben in Sewastopol mindestens ein Mensch getötet worden. Vier weitere Personen seien verletzt worden. Der Gouverneur der Stadt, Michail Raswoschajew, sprach von einer der schwersten Attacken überhaupt.

Nach seinen Angaben wurden 34 Mehrfamilienhäuser in mehreren Stadtteilen beschädigt. Außerdem seien auch Einfamilienhäuser und Autos in Mitleidenschaft gezogen worden. Die in Sewastopol stationierte russische Schwarzmeerflotte, die Flugabwehr sowie mobile Einsatzgruppen hätten insgesamt 71 Flugobjekte abgeschossen, sagte Raswoschajew.

Durch herabfallende Trümmer zerstörter Drohnen kam es demnach stellenweise zu Bränden. Auch die Oberleitung einer Bahnstrecke wurde beschädigt. Der Gouverneur warnte deshalb vor möglichen Verspätungen im Nahverkehr.

Auch ein Krankenhaus wurde getroffen. Nach Behördenangaben schlugen Trümmer einer abgeschossenen Drohne in die kardiologische Abteilung ein. Dabei sei ein Mensch verletzt worden.

Russland hatte die Krim bereits 2014 annektiert und nutzt die Halbinsel seitdem auch als Ausgangspunkt für Angriffe auf die Ukraine. Kiew reagiert immer wieder mit Gegenangriffen auf militärische und industrielle Ziele auf russisch kontrolliertem Gebiet.

Ukrainischer Kommandoeinsatz in Sewastopol gemeldet

Der ukrainische Geheimdienst SBU meldete zudem einen Kommandoeinsatz gegen den russischen Marinestützpunkt in Sewastopol. Nach ukrainischen Angaben wurden dabei zwei Landungsschiffe sowie Befehlsstellen beschädigt oder zerstört.

Außerdem sei bei einem parallelen Angriff auf den Militärflugplatz Belbek ein russisches Kampfflugzeug vom Typ MiG-31 zerstört worden. Auch technische Anlagen seien dort vernichtet worden, hieß es aus Kiew. Von russischer Seite gab es dazu zunächst keine entsprechenden Angaben. Unabhängig überprüfen ließen sich die ukrainischen Darstellungen zunächst nicht.

Verletzte nach Angriff auf Düngemittelwerk im Gebiet Wologda

Das russische Verteidigungsministerium teilte am Morgen mit, mehr als 203 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben. Zu möglichen Schäden durch Einschläge machte die Behörde wie üblich kaum Angaben.

Im Gebiet Wologda meldete Gouverneur Georgi Filimonow fünf Verletzte nach einem Drohnenangriff auf das Werk Apatit, einen der größten Düngemittelproduzenten Russlands. Nach seinen Angaben wurde bei dem Angriff eine Hochdruckleitung mit Schwefelsäure beschädigt. Fünf Menschen hätten Verätzungen erlitten.

Luftmessungen hätten jedoch keine Überschreitung der zulässigen Grenzwerte ergeben, erklärte Filimonow. Das Werk liegt in Tscherepowez, mehr als 500 Kilometer nördlich von Moskau.

Auch aus dem Gebiet Jaroslawl wurden nach Behördenangaben massive ukrainische Drohnenangriffe gemeldet. In sozialen Netzwerken berichteten Anwohner von Explosionen und Bränden. Als mögliches Ziel wurde die große Ölraffinerie in Jaroslawl genannt.

Russland erzielt nicht nur mit Ölexporten, sondern auch mit Düngemittelausfuhren Milliardeneinnahmen, die für die Kriegswirtschaft wichtig sind. Mit Angriffen auf Industrieanlagen versucht die Ukraine, die russische Wirtschaft gezielt unter Druck zu setzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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