Union erwartet breite Unterstützung für Kandidatin für das Bundespräsidentenamt
Unionsfraktionschef Thorsten Frei geht davon aus, dass der gemeinsame Vorschlag von CDU und CSU für das Amt der Bundespräsidentin auch über die eigenen Reihen hinaus auf viel Zustimmung stoßen wird. Gegenüber der „Bild“ lobte der CDU-Politiker Ilse Aigner als eine Persönlichkeit, die ihre politische Klasse über Jahrzehnte in Bayern und im Bund unter Beweis gestellt habe. Wen die Union tatsächlich nominieren will, ließ er jedoch offen.
Eine Entscheidung wird zu Beginn der kommenden Woche erwartet. Am Montag befassen sich Präsidium und Vorstand der CDU mit der Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die CSU hat sich bereits klar für die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner ausgesprochen. Auch die ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten haben ihre Unterstützung für sie inzwischen öffentlich bekundet.
Frei erklärte, er rechne in den nächsten Tagen mit einem gemeinsamen Vorschlag der Parteichefs von CDU und CSU. Nach seiner Einschätzung werde es sich um eine Kandidatin handeln, die nicht nur innerhalb der Union Rückhalt genieße, sondern auch darüber hinaus auf breite Akzeptanz stoßen könne — einschließlich, aber nicht beschränkt auf, die Koalition mit der SPD. Am Ende, so Frei, werde Deutschland voraussichtlich eine „sehr, sehr gute Bundespräsidentin“ bekommen.
Zugleich betonte der Unionsfraktionschef, dass neben Aigner auch weitere Frauen für das höchste Staatsamt infrage kämen. Schon in der vergangenen Woche hatte er erklärt, sich nicht frühzeitig auf einen Namen festlegen zu wollen. Als mögliche Kandidatinnen nannte er unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bildungsministerin Karin Prien sowie die frühere CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber