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Paukenschlag aus dem Vatikan: Papst rechnet mit Segnung homosexueller Paare ab

Auf dem Rückflug aus Afrika spricht der Papst plötzlich Klartext zu heiklen Themen. Dabei geht es auch um die Kirche in Deutschland – und um ein berüchtigtes Erbe seines Vorgängers, das bis heute für Wirbel sorgt.

23.04.2026, 19:50 Uhr

Papst Leo XIV. kritisiert Segnungen homosexueller Paare in Deutschland

Papst Leo XIV. hat sich ablehnend zur kirchlichen Segnung homosexueller Paare in Deutschland geäußert. Auf dem Rückflug seiner Afrika-Reise nach Rom erklärte er, der Heilige Stuhl habe das Thema bereits mit den deutschen Bischöfen besprochen. Dabei sei deutlich gemacht worden, dass man formalisierte Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare oder Paare in sogenannten irregulären Lebenssituationen nicht unterstütze – jedenfalls nicht über den Rahmen hinaus, den Papst Franziskus zuvor eröffnet hatte, als er betonte, dass jeder Mensch einen Segen empfangen könne.

Hintergrund der Äußerung ist eine Entscheidung des früheren Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Er hatte vor Kurzem in der Erzdiözese München und Freising Segnungen homosexueller Paare ermöglicht. Grundlage dafür ist eine Empfehlung, die im vergangenen Jahr von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken verabschiedet worden war. Papst Franziskus hatte Ende 2023 Segnungen in begrenzter Form zugelassen. Sein Nachfolger Leo XIV. sieht solche Feiern jedoch deutlich skeptischer.

Papst mahnt zur Wahrung der kirchlichen Einheit

Vor mitreisenden Journalisten sagte Leo XIV. nach dem Besuch in Äquatorialguinea, der letzten Station seiner Reise, Fragen der Sexualität dürften nicht zum Maßstab für Einheit oder Spaltung in der Kirche werden. Es gebe in der kirchlichen Morallehre weit mehr Themen als allein die Sexualmoral. Wichtiger seien aus seiner Sicht unter anderem Gerechtigkeit, Gleichstellung, die Freiheit von Männern und Frauen sowie die Religionsfreiheit.

Mit Blick auf die Segnung homosexueller Paare verwies der Papst zudem auf die oft zitierte Formulierung von Franziskus, "tutti, tutti, tutti" – also "alle, alle, alle". Dies bedeute, dass in der katholischen Kirche jeder willkommen sei und jeder eingeladen werde, Jesus nachzufolgen und zum Glauben zu finden. Wenn man darüber hinausgehe, könne das nach seiner Einschätzung eher zu Spannungen führen als zur Einheit beitragen. Vor allem in Afrika stößt die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in der katholischen Kirche auf klare Ablehnung.

Leo XIV., das geistliche Oberhaupt von rund 1,4 Milliarden Katholiken, hatte auf seiner bislang längsten Auslandsreise innerhalb von anderthalb Wochen Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea besucht. Als nächstes Ziel steht im Juni Spanien auf seinem Reiseplan. Der Papst war im Mai des vergangenen Jahres als Nachfolger von Franziskus gewählt worden und ist der erste Pontifex aus den Vereinigten Staaten in der Geschichte der Kirche.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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