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Studie: Steigende Ölpreise belasten Familien mit wenig und mittlerem Einkommen besonders

Die hohen Energiepreise treiben die Inflation in die Höhe. Die Menschen in Deutschland sind davon unterschiedlich stark betroffen. Eine Expertin warnt vor weiteren Folgen bei einem längeren Krieg.

17.04.2026, 10:29 Uhr

Der Krieg mit dem Iran lässt die Verbraucherpreise deutlich steigen. Besonders stark trifft das Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.

Nach Angaben der Inflationsexpertin Silke Tober fällt der Anteil der Ausgaben für Kraftstoffe in diesen Haushalten vergleichsweise hoch aus. So erhöhte sich die Inflationsrate zuletzt bei Paarfamilien mit geringem Einkommen sowie bei Alleinerziehenden mit mittlerem Einkommen um jeweils 1,2 Prozentpunkte. Bei Paarfamilien mit mittlerem Einkommen lag das Plus bei 1,1 Punkten. Weniger stark stiegen die Werte dagegen bei Alleinlebenden mit niedrigem oder sehr hohem Einkommen.

Tober erklärt diese Unterschiede mit den unterschiedlichen Konsummustern. Gutverdienende Singles gäben ihr Geld auf viele verschiedene Waren und Dienstleistungen aus, deren Preise zuletzt weniger stark gestiegen seien. Menschen mit niedrigem Einkommen, die allein leben, hätten dagegen häufig kein Auto. Laut Untersuchung wies diese Gruppe im März mit 2,1 Prozent die niedrigste Inflationsrate auf. Bei allen übrigen betrachteten Haushaltstypen lag sie zwischen 2,6 und 2,8 Prozent.

Expertin warnt vor wachsender sozialer Spaltung

Die stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs haben die Inflation in Deutschland im März kräftig nach oben getrieben. Mit 2,7 Prozent erreichte die Teuerungsrate den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Im Februar hatte sie noch bei 1,9 Prozent gelegen.

Nach Einschätzung von Tober dürfte der hohe Ölpreis auch andere Bereiche verteuern, etwa Transporte und Erdgas. Wie stark dieser Effekt am Ende ausfällt, hänge wesentlich davon ab, wie lange der Krieg andauert. Ein länger anhaltender Konflikt zwischen den USA und dem Iran würde sich ihrer Einschätzung nach auch bei Lebensmitteln und Haushaltsenergie bemerkbar machen. Das könnte nicht nur die Inflation deutlich weiter erhöhen, sondern auch die soziale Ungleichheit verschärfen.

Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen verwenden laut Tober einen besonders großen Teil ihres Budgets für Dinge des täglichen Bedarfs. Werden diese Güter teurer, tragen vor allem ärmere Haushalte eine wesentlich größere Last als einkommensstarke.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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