Sachsen

Heidenau stoppt Stolpersteine – Knobloch fassungslos

Empörung um Heidenau: CDU und AfD stoppen neue Stolpersteine – Charlotte Knobloch reagiert fassungslos

25.09.2026, 15:06 Uhr

Kritik an Heidenauer Beschluss zu Stolpersteinen

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, hat den Beschluss des Heidenauer Stadtrats scharf kritisiert, im öffentlichen Raum keine neuen Stolpersteine mehr zuzulassen. Gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte sie, Erinnerungsorte aus dem Stadtbild zu verdrängen, sei „der völlig falsche Weg“. Zugleich zeigte sie sich bestürzt darüber, dass eine demokratische Partei ein aus ihrer Sicht offensichtliches Vorgehen der AfD mittrage.

Am Donnerstagabend hatte der Stadtrat der Stadt bei Dresden einem gemeinsamen Antrag von AfD- und CDU-Stadträten mehrheitlich zugestimmt. In der Begründung hieß es, zahlreiche Bürger, Angehörige und Initiativen hielten diese Form des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus für unangemessen. Künftig solle das Erinnern daher vor allem auf dem Nordfriedhof stattfinden, wo ein Betreten der Gedenkzeichen ausgeschlossen sei. Die Entscheidung sorgte bundesweit für Kritik und Debatten.

Knobloch betonte, sie sei zwar keine Befürworterin des Stolperstein-Konzepts. Dennoch sei ein dezentrales Gedenken, das im öffentlichen Raum sichtbar bleibe und diesen mitpräge, von großer Bedeutung für eine lebendige Erinnerungskultur.

In München werden auf städtischem Boden ebenfalls keine Stolpersteine verlegt. Dort wird stattdessen mit Stelen an Hauswänden im öffentlichen Raum an die Opfer erinnert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen