Eine Dönerkette aus Bielefeld wirft dem US-Unternehmen Kentucky Fried Chicken (KFC) vor, mit der Bezeichnung eines neuen Hähnchenprodukts ihre Marke zu verletzen. Der Name der Firma lautet Krispy Kebab – genau so heißt nun auch ein Gericht, das KFC seit Kurzem verkauft.
Unternehmensgründer Sergen Kolcu sagt, er habe den Namen über viele Jahre aufgebaut und schützen lassen. Aus seiner Sicht habe KFC von der Existenz seines Unternehmens gewusst und den Produktnamen dennoch eingeführt. Zuerst hatte die „Bild“ über den Fall berichtet.
Besonders auffällig sei laut Kolcu, dass KFC das Wort mit K statt mit C schreibt. Bei anderen Produkten nutze der Konzern üblicherweise die Schreibweise „Crispy“. Deshalb habe er KFC aufgefordert, die Nutzung des Namens zu beenden. Sollte es dazu nicht kommen, wolle er rechtliche Schritte einleiten.
Zusätzlichen Ärger verursacht ein Werbeclip von KFC, in dem der neue Döner mit Anspielungen auf den Song „Alles nur geklaut“ von den Prinzen beworben wird. Für Kolcu ist das besonders brisant, weil er den Eindruck hat, dass der Name seines Produkts tatsächlich übernommen worden sei.
KFC weist Vorwurf zurück
KFC Deutschland bestreitet, absichtlich etwas kopiert zu haben. Das Unternehmen erklärt, die Bezeichnung sei im Rahmen einer internationalen Produktentwicklung entstanden und werde auch in mehreren anderen europäischen Ländern verwendet. Zugleich betont KFC mit einem Augenzwinkern, man wolle keinen „Beef“ – also keinen Streit.
Kolcu gründete Krispy Kebab im Jahr 2017. Das Unternehmen betreibt zwei eigene Läden in Bielefeld, hinzu kommen 16 weitere Standorte, die von Franchisepartnern geführt werden. Nach seinen Angaben haben diese Partner für die Nutzung des Markennamens bezahlt und genießen Gebietsschutz.
Nach Darstellung des 29-Jährigen führt der ähnliche Name bereits zu Verwirrung bei Kundinnen und Kunden. Einige nähmen an, KFC biete dasselbe Produkt wie seine Dönerkette an oder es gebe eine Zusammenarbeit zwischen beiden Firmen. Das sei jedoch nicht der Fall.
Grundsätzlich könne er sich eine Kooperation mit KFC aber vorstellen, sagte Kolcu. Denkbar wäre aus seiner Sicht etwa ein gemeinsames Produkt – zum Beispiel mit einer Soße aus seinem Haus.
Ein erstes Gespräch zwischen beiden Seiten brachte laut Kolcu am Montag noch keine Einigung. Man habe bislang keinen gemeinsamen Nenner gefunden. Von KFC hieß es dazu lediglich, man werde sehen, was noch gemeinsam möglich sei.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion