Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Bayern sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilte, lagen die Gesundheitsausgaben je Versichertem 2023 bei 3.678 Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 46 Prozent gegenüber 2013. Im gleichen Zeitraum verteuerten sich Gesundheitswaren und -dienstleistungen für Verbraucher lediglich um 15,1 Prozent.
Besonders kräftig nahmen die Arzneimittelausgaben zu. Pro Versichertem stiegen sie nominal, also ohne Berücksichtigung der Inflation, um 63 Prozent auf 741 Euro. Für ärztliche Sonderleistungen — darunter fachärztliche Behandlungen sowie medizinische Leistungen in Kliniken und Reha-Einrichtungen — gaben die Krankenkassen im Jahr 2023 im Schnitt 608 Euro je Versicherten aus. Das waren 45 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Auch die Ausgaben für pflegerische Leistungen legten spürbar zu und erhöhten sich um 54 Prozent auf 477 Euro pro Kopf. Grundlage der Zahlen sind laut Landesamt Ergebnisse einer Länder-Arbeitsgruppe, die auf Daten des Bundesgesundheitsministeriums beruhen.
87 Prozent der Bevölkerung in Bayern sind in der GKV
Nach Angaben des Landesamts sind rund 87 Prozent der Menschen in Bayern gesetzlich krankenversichert. Im vergangenen Jahr waren 21,4 Prozent der GKV-Mitglieder beitragsfrei über die Familienversicherung abgesichert, vor allem Kinder und Ehepartner.
Mit Blick auf die aktuelle Diskussion über eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherung rückt insbesondere die Gruppe der mitversicherten Ehepartner ohne Betreuungsaufgaben oder Rentenbezug in den Fokus. Konkrete Daten hierzu liegen dem Landesamt nicht vor. Deshalb näherten sich die Fachleute der Entwicklung über die Altersgruppe der mitversicherten Personen ab 25 Jahren an. Deren Anteil an allen GKV-Versicherten ist demnach langfristig zurückgegangen — von 8,0 Prozent im Jahr 2008 auf 3,6 Prozent im Jahr 2025.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion