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Forsa-Hammer: AfD plötzlich vor Union

Stillstand statt Reformschub? Während Schwarz-Rot um den Kurs der Regierung ringt, stürzt die Union in einer neuen Umfrage ab - und auch die SPD kommt nicht vom Fleck. Profitieren können ausgerechnet AfD und Linke.

28.04.2026, 14:11 Uhr

Die AfD hat ihren Vorsprung in einer aktuellen Forsa-Erhebung weiter vergrößert. Im für RTL und ntv erhobenen Trendbarometer legt die Partei im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt zu und erreicht nun 27 Prozent. Die Union verliert dagegen zwei Punkte und fällt auf 22 Prozent zurück. Damit beträgt der Abstand zwischen beiden Parteien inzwischen fünf Prozentpunkte.

Zugleich verschlechtern sich die Werte für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) weiter. Nur noch 15 Prozent der Befragten zeigen sich mit seiner bisherigen Arbeit zufrieden – das sind drei Punkte weniger als in der Woche zuvor. 83 Prozent äußern sich negativ. Für die Erhebung wurden laut Forsa vom 21. bis 27. April insgesamt 2.503 Menschen befragt. Das Institut bezeichnet die Umfrage als repräsentativ.

Linke nun auf Augenhöhe mit der SPD

Politisch war die vergangene Woche vor allem vom Streit innerhalb der schwarz-roten Koalition über Reformvorhaben geprägt. Besonders diskutiert wurde das geplante Sparpaket für die Krankenversicherung. Für zusätzliche Kritik sorgte Merz mit seiner umstrittenen Beschreibung der gesetzlichen Rente als bloße „Basisabsicherung“.

In der Sonntagsfrage folgen auf Platz drei die Grünen mit unveränderten 15 Prozent. Die mit der Union regierende SPD bleibt bei 12 Prozent und liegt damit gleichauf mit der Linken, die um einen Punkt zulegen kann. Die FDP kommt auf 4 Prozent und würde damit an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Auf die übrigen Parteien entfallen zusammen 8 Prozent.

Auch andere Umfragen sehen die AfD vorne

Nicht nur bei Forsa liegt die AfD derzeit an der Spitze. Eine am Wochenende veröffentlichte Insa-Umfrage für die Bild am Sonntag sah die Partei bei 28 Prozent, also vier Punkte vor der Union. Im vor rund anderthalb Wochen veröffentlichten ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen fiel der Vorsprung mit 26 zu 25 Prozent noch deutlich knapper aus.

Bei Forsa hatte die AfD bereits im September einmal 27 Prozent erreicht. Damals lag die Union jedoch mit 24 Prozent noch stärker als heute.

Wie bei allen Wahlumfragen gilt auch hier: Die Ergebnisse sind mit Unsicherheiten verbunden. Sinkende Parteibindungen und kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren den Instituten die Bewertung der Daten. ntv weist für das aktuelle Trendbarometer eine statistische Fehlertoleranz von 2,5 Prozentpunkten aus. Zudem geben Umfragen stets nur die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung wieder und erlauben keine verlässliche Vorhersage des tatsächlichen Wahlausgangs.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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