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Knallt der «Krispy Kebab»-Zoff bald nicht mehr? Jetzt nähern sich Dönerkette und KFC überraschend an

KFC verkauft plötzlich einen «Krispy Kebab» – doch genau dieser Name sorgt jetzt für Ärger. Eine Dönerkette reklamiert die Marke für sich. Droht dem Fast-Food-Riesen schon der nächste Streit?

23.04.2026, 16:31 Uhr

Zwischen der Bielefelder Dönerkette Krispy Kebab und dem US-Unternehmen Kentucky Fried Chicken (KFC) zeichnet sich im Streit um Markenrechte eine mögliche Einigung ab. Firmenchef Sergen Kolcu sagte der Deutschen Presse-Agentur, KFC habe sich bei ihm entschuldigt und erklärt, die Überschneidung sei nicht beabsichtigt gewesen, sondern zufällig entstanden. Eine Annahme der Entschuldigung stehe jedoch noch aus. Stattdessen habe er dem Konzern ein Angebot zur Beilegung des Konflikts vorgelegt, über dessen Details er sich derzeit nicht äußern wolle.

Nach Angaben von Kolcu habe KFC nun Zeit, darüber nachzudenken. Anfang der kommenden Woche solle es ein weiteres Gespräch geben, um die Angelegenheit zu klären. Auch KFC bestätigte laufende Gespräche mit Krispy Kebab, wollte sich inhaltlich aber nicht näher dazu äußern.

Kein Streit gewünscht

Kolcu gründete sein Unternehmen 2017. Inzwischen betreibt der 29-Jährige zwei eigene Filialen in Bielefeld, dazu kommen 16 Franchise-Standorte. Bis zum Sommer sollen zwei weitere eröffnet werden. Nach seinen Angaben ist der Name Krispy Kebab markenrechtlich geschützt. Zudem hätten seine Franchisepartner jeweils Gebietsschutz, sodass in ihren Regionen kein weiterer Anbieter unter diesem Namen auftreten dürfe.

Genau darin sieht Kolcu nun das Problem: KFC hat in Deutschland kürzlich ebenfalls ein Produkt unter dem Namen „Krispy Kebab“ eingeführt. Er befürchtet dadurch Umsatzverluste, weil Kundinnen und Kunden zu dem bekannten Fast-Food-Konzern abwandern könnten.

Hinzu komme das Risiko auf Seiten seiner Partner. Da diesen vertraglich Gebietsschutz zugesichert worden sei, könnten sie finanzielle Ansprüche gegen Krispy Kebab als Franchisegeber geltend machen, falls KFC in denselben Gebieten unter derselben Bezeichnung aktiv werde.

Werbung mit einem bekannten Song

Für zusätzlichen Ärger sorgte, dass KFC den neuen „Krispy Kebab“ ausgerechnet in einem Werbeclip zum Prinzen-Titel „Alles nur geklaut“ präsentierte. In dem Lied wird besungen, dass es Kebab schon lange gebe und nun eben auch bei KFC.

Kolcu hatte dem US-Konzern deshalb vorgeworfen, seine Marke tatsächlich übernommen zu haben. KFC wies diesen Vorwurf zurück und erklärte zugleich, man wolle keinen „Beef“. Das Wort bedeutet im Englischen zwar Rindfleisch, wird umgangssprachlich aber auch für Streit oder Konflikt verwendet.

Inzwischen klingt Kolcu etwas versöhnlicher. Er glaube KFC mittlerweile, dass sein Unternehmen dort zunächst nicht auf dem Schirm gewesen sei. Beim ersten Gespräch habe KFC ihm noch kostenlose Werbung für seine Dönerkette angeboten, was er jedoch abgelehnt habe. Im zweiten Austausch sei man dann einen Schritt weiter gekommen.

Ganz verflogen ist sein Ärger dennoch nicht. Kolcu sagte, es frustriere ihn, über viele Jahre etwas aufzubauen und dann erleben zu müssen, wie ein internationaler Konzern dieses Geschäft beinahe gefährde.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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