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Homeoffice bleibt verbreitet: Jeder vierte Erwerbstätige arbeitet zeitweise daheim

IT, Beratung, Verwaltung: In manchen Branchen ist Homeoffice längst Alltag. Warum gerade 35- bis 44-Jährige besonders oft vom heimischen Schreibtisch aus arbeiten.

22.04.2026, 09:09 Uhr

Homeoffice ist in Deutschland seit der Corona-Pandemie fest im Arbeitsalltag verankert und wird hierzulande häufiger genutzt als im Durchschnitt der Europäischen Union. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts arbeitete im Jahr 2025 rund ein Viertel der Erwerbstätigen (25 Prozent) zumindest zeitweise von zu Hause aus. Das war etwas mehr als 2024 mit 24 Prozent und 2023 mit 23 Prozent.

Wie stark sich mobiles Arbeiten inzwischen etabliert hat, zeigt der Vergleich mit der Zeit vor der Pandemie: 2019 waren es in Deutschland lediglich 13 Prozent der Erwerbstätigen, die zumindest gelegentlich im Homeoffice tätig waren. Von den Menschen, die 2025 mobil arbeiteten, erledigten 24 Prozent ihre Arbeit ausschließlich von zu Hause.

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung bewertet den steigenden Homeoffice-Anteil grundsätzlich positiv. Zugleich verweist das Institut darauf, dass das Potenzial damit noch nicht ausgeschöpft sei. WSI-Direktorin Bettina Kohlrausch sprach sich zudem dafür aus, Beschäftigte etwa bei hohen Spritkosten stärker zu entlasten und ein Recht auf Homeoffice weiter zu diskutieren.

Deutschland leicht über dem EU-Durchschnitt

Im EU-Vergleich lag Deutschland damit leicht über dem Mittelwert der 27 Mitgliedstaaten. EU-weit arbeiteten 2025 rund 23 Prozent der Erwerbstätigen ab 15 Jahren zumindest teilweise im Homeoffice.

Am höchsten war der Anteil erneut in den Niederlanden: Dort arbeitete mit 52 Prozent mehr als die Hälfte der Beschäftigten zumindest zeitweise von zu Hause. Besonders niedrig fielen die Quoten in Rumänien und Bulgarien mit jeweils 4 Prozent sowie in Griechenland mit 7 Prozent aus.

Besonders häufig in IT, Verwaltung und Beratung

Wie verbreitet Homeoffice ist, unterscheidet sich deutlich je nach Branche. In Deutschland war mobiles Arbeiten 2025 vor allem bei IT-Dienstleistern, in Verwaltungstätigkeiten und in der Unternehmensberatung stark verbreitet. In diesen Bereichen nutzten jeweils knapp drei Viertel der Beschäftigten die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten.

Höchste Anteile bei 35- bis 44-Jährigen

Auch das Alter spielt eine Rolle. Besonders häufig arbeiteten Menschen im Homeoffice, die oft Beruf und Familie vereinbaren müssen. Den höchsten Anteil gab es 2025 bei den 35- bis 44-Jährigen mit 30 Prozent. Bei den 25- bis 34-Jährigen lag der Wert bei 28 Prozent.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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