Bayern

Knobloch: Darum ist diese Holocaust-Stätte so wichtig

Warum München jetzt ein Yad-Vashem-Zentrum bekommt – für Charlotte Knobloch ist es im Kampf gegen Extremismus überfällig.

28.05.2026, 10:48 Uhr

Holocaust-Bildungszentrum in München soll Zeichen gegen Extremismus setzen

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sieht in dem geplanten Holocaust-Bildungszentrum in München ein dringend notwendiges Signal gegen politischen Extremismus. Die Stadt bringe dafür besondere Voraussetzungen mit, erklärte sie: München sei einerseits historisch als frühere "Hauptstadt der Bewegung" belastet, zugleich aber heute ein bedeutender Ort des Erinnerns und ein Zentrum jüdischen Lebens in Europa.

Knobloch betonte, dass die Zahl der Holocaust-Überlebenden, die als Zeitzeugen berichten können, immer weiter zurückgehe. Gleichzeitig nehme politischer Extremismus zu, insbesondere am rechten Rand. Gerade deshalb brauche es eine Institution, die historisches Wissen vermittele und die Erinnerungskultur in einer neuen Zeit stärke. Judenfeindlichkeit lasse sich ohne fundierte Kenntnisse der Geschichte nicht wirksam bekämpfen, so Knobloch.

Zuvor hatte die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem bekanntgegeben, erstmals ein Bildungszentrum außerhalb Israels zu eröffnen. Der Standort soll in München am Karolinenplatz entstehen, eine Außenstelle ist in Leipzig geplant. Die Eröffnung ist innerhalb der kommenden drei Jahre vorgesehen.

In unmittelbarer Nähe befindet sich bereits das NS-Dokumentationszentrum. Der Bereich um den Karolinenplatz gilt zudem als historisch bedeutsam, da er eng mit der Frühphase des Nationalsozialismus in Deutschland verbunden ist.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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