Machtkampf beim VdK Bayern: Abberufung von Verena Bentele steht im Raum
Beim Sozialverband VdK Bayern ist ein offener Führungsstreit ausgebrochen. Nach Angaben des stellvertretenden Landesvorsitzenden Hermann Imhof hat der übrige Landesvorstand den Landesausschuss aufgefordert, ein Verfahren zur Abberufung der Landesvorsitzenden Verena Bentele sowie des Schatzmeisters Konrad Gritschneder einzuleiten. Zuvor hatte die Frankenpost über die Eskalation des schon länger schwelenden Konflikts berichtet.
Acht von zehn Vorstandsmitgliedern sprechen sich demnach dafür aus, dass der Landesausschuss als Kontroll- und Entscheidungsgremium tätig wird. Imhof begründete den Schritt mit anhaltenden Spannungen und Meinungsverschiedenheiten. Auch intensive Gespräche über andere Lösungswege hätten keine Einigung gebracht. Eine Zusammenarbeit in der bisherigen Form sei deshalb aus Sicht der Mehrheit nicht mehr möglich. Im Kern gehe es um unterschiedliche Vorstellungen zur Führung des Vorstands und zur künftigen Ausrichtung des Landesverbands.
Bentele widerspricht den Vorwürfen
Laut einem internen Schreiben, auf das sich die Frankenpost bezieht, wird Bentele vorgeworfen, den bayerischen Landesverband stärker zentralisieren und unter ihrer Leitung umbauen zu wollen. Bentele wies diese Darstellung zurück.
Sie erklärte, sie habe im Jahr 2023 auf ausdrücklichen Wunsch des Vorstands für den Vorsitz in Bayern kandidiert. Von Anfang an sei es ihr Ziel gewesen, den Verband sichtbarer zu machen und dessen sozialpolitischen Einfluss im Sinne der Mitglieder zu stärken. Dabei habe sie einen modernen Führungsstil verfolgt, der der Größe und Verantwortung des Verbands entspreche.
Zugleich betonte Bentele, ein Verband dieser Größenordnung könne nicht lediglich nebenbei ehrenamtlich geführt werden. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe zu Personalfragen, angeblichem Druck auf Beschäftigte und einer eigenmächtigen Neuverteilung von Zuständigkeiten wies sie ebenfalls zurück. Alle Entscheidungen seien innerhalb der satzungsgemäßen Gremien und in gemeinsamer Abstimmung getroffen worden.
Streit auch über Zuständigkeit
Bentele bedauerte, dass der interne Konflikt nun öffentlich ausgetragen werde. Außerdem stellte sie infrage, dass der Landesausschuss überhaupt für eine mögliche Abberufung zuständig sei. Sie verwies darauf, dass sie von den Delegierten des Landesverbandstags gewählt worden sei. Deshalb könnten nach ihrer Auffassung auch nur diese Delegierten über einen möglichen Vertrauensentzug entscheiden.
Größter Sozialverband Deutschlands
Der VdK versteht sich als Interessenvertreter sozial benachteiligter Menschen und setzt sich für mehr soziale Gerechtigkeit ein. Der Verband sieht sich als Stimme von Rentnern, Menschen mit Behinderung, chronisch Kranken, Pflegebedürftigen, Familien, älteren Beschäftigten und Arbeitslosen. Bundesweit zählt der VdK mehr als 2,3 Millionen Mitglieder. Der bayerische Landesverband ist mit rund 850.000 Mitgliedern der größte innerhalb des Bundesverbands.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion