Vincent Kompany versuchte, der Bundesliga-Partie des FC Bayern beim FSV Mainz noch etwas Bedeutung zu verleihen. Doch schon vor dem Anpfiff war klar: Im Fokus steht in München vor allem das anstehende Champions-League-Duell bei Paris Saint-Germain. Entsprechend dürfte der Bayern-Coach in Mainz mehrere Leistungsträger schonen. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Spieltag durch neue Spekulationen um Manuel Neuer.
Die Münchner Abendzeitung hatte berichtet, die Zukunft des Torhüters sei geklärt. Demnach soll Neuer seinen Vertrag beim Rekordmeister bis 2027 verlängern. Laut dem Bericht seien die Verhandlungen bereits abgeschlossen, offen sei nur noch, wann die Einigung öffentlich gemacht werde.
Freund weist Bericht zu Neuer zurück
Bayerns Sportdirektor Christoph Freund widersprach dieser Darstellung jedoch deutlich. Auf der Pressekonferenz vor dem Mainz-Spiel sagte er, davon höre er "zum ersten Mal". Medien seien manchmal offenbar besser informiert als der Verein selbst. Gespräche mit Neuer über eine Verlängerung habe es laut Freund bislang noch nicht gegeben. Deshalb könne er nicht nachvollziehen, woher diese Meldung stamme.
Zugleich betonte Freund, der Klub stehe mit dem langjährigen Stammtorhüter weiter in Kontakt. Neuer habe seinen eigenen Zeitplan, sagte er, aber ein konkretes Gespräch über einen neuen Vertrag habe bislang nicht stattgefunden.
In den vergangenen Wochen hatte sich der FC Bayern in der Personalie gelassen gegeben. Dass die gemeinsame Geschichte mit dem inzwischen 40-Jährigen noch um eine weitere Saison verlängert werden könnte, ließ Neuer selbst zuletzt anklingen. Nach dem 2:0 im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bayer Leverkusen sagte der Weltmeister von 2014 bei Sky, aktuell sehe es "gut aus". Bei Sport1 stellte er zudem eine Entscheidung noch vor dem Pokalfinale am 23. Mai in Aussicht.
Große Rotation gegen Mainz wahrscheinlich
Sportlich bringt das Auswärtsspiel in Mainz für die Bayern kaum noch Druck mit sich. Der Meistertitel ist bereits gesichert. Deshalb spricht vieles dafür, dass Kompany vor dem Champions-League-Halbfinale in Paris kräftig rotieren wird. Ziel ist es, Stammkräfte vor unnötigen Belastungen oder Verletzungen zu schützen.
Kompany formulierte das zwar vorsichtig, machte seine Absicht aber klar. Es könne Entscheidungen geben, die aus Sicht der Belastungssteuerung sinnvoll seien oder notwendig würden, falls einige Spieler kleinere Probleme hätten. Namen nannte er nicht. Auch bei Manuel Neuer stellt sich die Frage, ob erneut Jonas Urbig zwischen den Pfosten stehen könnte.
PSG-Spiel längst in den Köpfen
Kompany räumte offen ein, dass das Duell mit PSG bereits jetzt eine Rolle spielt. Es sei völlig normal, dass seine Spieler daran denken. Solche Partien seien schlicht zu groß, um sie auszublenden. Der Belgier verwies dabei auf eine ähnliche Situation vor dem Viertelfinale gegen Real Madrid.
Er wolle deshalb vor allem jene Profis einsetzen, die körperlich frisch seien und ohne Sorgen auflaufen könnten. Es gehe darum, vernünftige Entscheidungen zu treffen. Dass auch Mainzs Trainer Urs Fischer in einer vergleichbaren Lage ähnlich handeln würde, stellte Kompany beinahe entschuldigend fest.
Damit steht fest: Das Bundesliga-Spiel in Mainz wird bei den Bayern zwar nicht nebensächlich, aber doch klar vom europäischen Topspiel in Paris überlagert. Und die Diskussion um Manuel Neuer hat diese Ausgangslage noch einmal zusätzlich in den Hintergrund gedrängt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion