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Schock-Urteil: Pfleger missbraucht Koma-Patienten

Ein Pfleger missbraucht Koma-Patienten, filmt die Taten und fliegt auf – nun folgt die Haft. Die unfassbaren Details erschüttern.

27.04.2026, 17:17 Uhr

Urteil nach sexuellem Missbrauch von Koma-Patienten in NRW

Ein ehemaliger Krankenpfleger ist vom Landgericht Essen wegen der Vergewaltigung bewusstloser Patienten zu zwölf Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Zudem verhängte das Gericht gegen den 32-jährigen Deutschen ein lebenslanges Berufsverbot.

Nach den Feststellungen des Gerichts missbrauchte der Mann im Essener Universitätsklinikum und in einem Dortmunder Krankenhaus mehrere Patientinnen und Patienten nach schweren Operationen sexuell. Er filmte und fotografierte die Taten und schickte die Aufnahmen an eine Bekannte. Beide machten sich laut Urteil in Chat-Nachrichten über das Geschehen lustig.

Der Vorsitzende Richter Lukas Hempel sprach von besonders schweren Verbrechen. Der Angeklagte habe die Opfer ihrer Würde beraubt und sie zu bloßen Objekten gemacht. Als Intensivpfleger habe er eine besondere Verantwortung getragen, stattdessen habe er das völlige Ausgeliefertsein der Betroffenen für seine eigenen sexuellen Motive ausgenutzt.

Vier bekannte Opfer

Laut Urteil waren drei Frauen und ein Mann betroffen. Alle befanden sich im Zustand der Bewusstlosigkeit. Eine Patientin hatte kurz zuvor eine Lungentransplantation überstanden, eine weitere war an der Aorta operiert worden.

Ins Visier der Ermittler geriet der Pfleger ursprünglich wegen des Verdachts auf Kinderpornografie. Bei der Auswertung seines Mobiltelefons stießen die Behörden dann auch auf die Fotos und Videos der Übergriffe. Die Identität einer vergewaltigten Frau ist bis heute nicht geklärt.

Die mitangeklagte Bekannte wurde wegen psychischer Beihilfe zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hatte sie den Mann in Chatverläufen zu den Taten angestachelt.

Die Entscheidungen sind noch nicht rechtskräftig.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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