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Klopapier-Krach in Zügen landet jetzt ganz oben

Klopapier-Krach in Tschechiens Zügen: Trotz Millionen Rollen greift nun der Parlamentschef ein – und setzt den Bahnchef unter Druck.

19.08.2026, 12:23 Uhr

In Tschechien sorgt ein ungewöhnliches Thema auf höchster politischer Ebene für Streit: In vielen Zügen, vor allem im Fernverkehr, soll auf den Toiletten häufig das Papier fehlen. Parlamentspräsident Tomio Okamura erklärte, ihn hätten zahlreiche Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern erreicht. Im öffentlich-rechtlichen Sender CT bezeichnete er die Situation bei der staatlichen Bahn als "völlig beschämend" und forderte Verkehrsminister Ivan Bednarik auf, das Problem zu lösen.

Okamura stellt Bahnführung in Aussicht Konsequenzen

Der 54-Jährige kündigte an, dass der aktuelle Zustand für Bahnchef Michal Krapinec Folgen haben könne. Okamura steht an der Spitze des Abgeordnetenhauses und gründete die ultrarechte Partei Freiheit und direkte Demokratie (SPD). Seine öffentliche Empörung über die Zustände in den Zügen rief jedoch auch Spott hervor. Kritiker hielten ihm vor, dass es dringendere Themen gebe. Die oppositionelle Demokratische Bürgerpartei (ODS) kommentierte ironisch, auf diese Mitteilung habe man gerade noch gewartet.

Staatsbahn weist systematisches Problem zurück

Ein Sprecher der tschechischen Staatsbahn Ceske drahy (CD) erklärte, es gebe keine auffällige Zunahme an Beschwerden zu fehlendem Toilettenpapier. Nach Angaben des Unternehmens werden pro Jahr etwa drei Millionen Rollen verbraucht. Von einem grundlegenden oder flächendeckenden Problem könne daher keine Rede sein. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass die Vorräte in einzelnen Zügen trotz regelmäßiger Kontrollen zwischenzeitlich leer seien. Für solche Unannehmlichkeiten entschuldigte sich das Unternehmen bei den Fahrgästen.

Sitzung des Unterhauses des tschechischen Parlaments
Der Vorsitzende des tschechischen Abgeordnetenhauses, Tomio Okamura, trifft zu einer Debatte im Parlament ein. (Archivbild) Quelle: Petr David Josek/AP/dpa

Dichtes Bahnnetz mit vielen Anbietern

Tschechien besitzt eines der engmaschigsten Schienennetze Europas. Das Netz umfasst rund 9.344 Kilometer Strecke sowie mehr als 2.500 Bahnhöfe und Haltepunkte, die vom Infrastrukturbetreiber Sprava Zeleznic (SZ) verwaltet werden. Neben Ceske drahy sind inzwischen auch mehrere private Bahnunternehmen im EU-Land unterwegs, darunter Arriva, Regiojet und Leo Express.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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