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Gold-Razzia! Juweliere im Visier der Fahnder

Razzia gegen Goldschmuggler: Eine Bande soll mit Drogengeld Altgold zu Barren gemacht und Millionen in die Türkei geschleust haben.

07.10.2026, 14:06 Uhr

Mit Durchsuchungen in Deutschland und den Niederlanden sind Polizei und Staatsanwaltschaft gegen eine international operierende Bande vorgegangen, die im Verdacht steht, Gold zu schmuggeln und Geld zu waschen. Nach Angaben der federführenden Ermittler in Köln wurden drei Hauptverdächtige festgenommen. Außerdem stellten die Einsatzkräfte Gold und mehrere zehntausend Euro Bargeld sicher.

Am Morgen durchsuchten die Ermittler rund 40 Wohn- und Geschäftsräume, vor allem von Juwelieren. Betroffen waren mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen, darunter Köln, Düsseldorf, Wuppertal und Gelsenkirchen, außerdem Berlin sowie Objekte in den Niederlanden.

Gold im Wert von bis zu 210 Millionen Euro in die Türkei gebracht?

Nach bisherigem Ermittlungsstand sollen Mitglieder der Gruppe mit Geld, das überwiegend aus Drogengeschäften stammte, bei beteiligten Juwelieren Altgold angekauft haben. Dieses Gold soll anschließend eingeschmolzen und zu Schmelzgoldbarren verarbeitet worden sein. Der Transport in die Türkei erfolgte demnach entweder per Flugzeug oder mit speziell präparierten Fahrzeugen.

Auf diese Weise sollen innerhalb von sechs Jahren bis zu vier Tonnen Gold mit einem geschätzten Gesamtwert von bis zu 210 Millionen Euro in die Türkei geschmuggelt worden sein.

Geldwäsche als Dienstleistung für Dritte

Nach Angaben der Ermittler sollen die Goldbarren in der Türkei weiterverarbeitet oder zum Ankauf hochwertigen Goldschmucks genutzt worden sein. Anschließend seien die Vermögenswerte an die Auftraggeber ausgezahlt worden. Ein Teil des aufbereiteten Goldes soll zudem wieder nach Deutschland gelangt und an beteiligte Juweliere übergeben worden sein.

Die Bande soll die Geldwäschehandlungen als Dienstleistung für Dritte angeboten haben – im Sinne eines sogenannten „Crime-as-a-Service“.

Ermittlungen nach Goldfund in Niederbayern

Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Goldfund im Jahr 2023 in Niederbayern. Bei einer Kontrolle an der Autobahn 3 entdeckten Polizisten in einem Fahrzeug nach Behördenangaben mehr als 55 Kilogramm Gold und fast eine halbe Million Euro Bargeld. Im Zuge der weiteren Ermittlungen geriet eine Gruppe überwiegend türkischstämmiger Männer im Alter zwischen 43 und 59 Jahren in den Fokus.

Drei Haftbefehle vollstreckt, Fahrzeuge mit Schmuggelverstecken sichergestellt

Bei den aktuellen Durchsuchungen wurden laut Kölner Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen drei Hauptverdächtige vollstreckt. Dabei handelt es sich demnach um einen 45-Jährigen aus dem Kreis Heinsberg, einen 46-Jährigen aus dem Raum Wuppertal und einen 43-Jährigen aus dem Raum Remscheid. Insgesamt wird in dem Verfahrenskomplex gegen 24 Beschuldigte ermittelt.

Sichergestellt wurden unter anderem 800 Gramm Schmelzgold sowie zwölf Fahrzeuge, die teils mit professionell eingebauten Schmuggelverstecken ausgestattet gewesen sein sollen. An den Einsätzen waren insgesamt 450 Kräfte von Polizei und Zoll beteiligt.

Bereits im Februar hatte das Zollfahndungsamt Essen bei mutmaßlichen Mitgliedern der Gruppe rund fünf Kilogramm Goldschmuck beschlagnahmt. Im September war zudem ein Verdächtiger in Hamm festgenommen worden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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