Das Münchner Hightech-Unternehmen Mynaric, das einst mit großen Erwartungen gestartet war, gibt seine Eigenständigkeit auf: Der US-Konzern Rocket Lab hat den Hersteller von Laserkommunikationstechnik übernommen. Nach Angaben von Rocket Lab liegt inzwischen auch die Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums vor. Der Kaufpreis beläuft sich auf rund 155 Millionen Euro, wobei ein erheblicher Teil nicht in bar, sondern in Form von Rocket-Lab-Aktien gezahlt wird. Der Firmensitz von Mynaric soll in München bleiben und zugleich den ersten europäischen Standort von Rocket Lab bilden. Zunächst hatten Branchenmedien über den Deal berichtet.
Rocket Lab baut Präsenz in Europa aus
Rocket Lab ist vor allem als Raketenbauer bekannt. Die Trägerrakete „Electron“ hat bereits mehr als 250 Satelliten ins All gebracht. Inzwischen entwickelt das Unternehmen auch eigene Satelliten – und genau in dieses Geschäftsfeld passt Mynaric. Das deutsche Unternehmen hat Laserkommunikationsterminals entwickelt, die sichere und schwer abhörbare Datenverbindungen ermöglichen.
Rocket Lab plant, diese Technik unter anderem in 36 Militärsatelliten für die US-Regierung einzusetzen. Das zugehörige Auftragsvolumen wird auf 1,3 Milliarden US-Dollar beziffert.
Produktionsprobleme brachten Mynaric in Bedrängnis
Im Gegensatz zu vielen anderen Startups scheiterte Mynaric nicht an der Technologie selbst – die galt als ausgereift. Das große Problem lag vielmehr beim Übergang in die Massenfertigung. Die Serienproduktion der Laserterminals war eigentlich für 2021 vorgesehen, verzögerte sich jedoch massiv. Diese Rückschläge führten das Unternehmen schließlich in eine finanzielle Krise.
Mynaric war eine Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und seit 2017 an der Frankfurter Börse gelistet, seit 2021 zudem an der Nasdaq in New York. Wegen der existenzbedrohenden Lage leitete das Unternehmen im vergangenen Jahr ein Sanierungsverfahren ein. Für die Aktionäre endete dies ohne Entschädigung. Rocket Lab hatte bereits im März des Vorjahres Interesse an einer Übernahme signalisiert; deutsche Interessenten gab es offenbar nicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion