Mercedes plant mehr Präsenz im Büro
Bei Mercedes-Benz sollen Beschäftigte künftig grundsätzlich wieder an vier Tagen pro Woche im Büro arbeiten. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers sieht eine neue Konzernbetriebsvereinbarung vor, dass Führungskräfte für Vollzeitkräfte bis zu vier Präsenztage wöchentlich festlegen können, ohne dies besonders begründen zu müssen. Diese Regelung soll nach dem Willen des Unternehmens zum Normalfall werden. Die bisherige Vereinbarung wurde dafür bereits gekündigt. Zuerst hatte die Wirtschaftswoche darüber berichtet.
Bevor die neue Regelung gelten kann, müssen noch die Betriebsratsgremien an den einzelnen Standorten zustimmen. Falls dies geschieht, soll sie voraussichtlich zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Ohne eine Einigung würden die Standorte Ende März ohne entsprechende Vereinbarung dastehen. Laut Mercedes waren im Vorfeld Gespräche mit dem Betriebsrat geführt worden. Die bisherige Regelung hatte den Mitarbeitenden deutlich mehr Spielraum bei der Wahl ihres Arbeitsortes gelassen.
In einem Schreiben an die Belegschaft, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, betont das Unternehmen, dass es trotz der stärkeren Präsenzpflicht weiterhin Ausnahmen geben solle. Besondere Fälle könnten demnach zwischen Beschäftigten und Führungskräften abgestimmt und genehmigt werden.
Hintergrund der Pläne ist auch das Ziel von Mercedes-Benz, die Arbeitskosten in Deutschland zu senken und damit die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Produktionsvorstand Michael Schiebe hatte zuvor sogar mit der Schließung von zwei deutschen Werken gedroht, falls die Kosten nicht sinken. Gegen die Spar- und Umbaupläne des Managements hatte es zuletzt mehrfach Proteste gegeben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber