Wirtschaft

IG Metall: Schock-Vorwurf gegen VW-Führung

VW soll Beschäftigte düpiert haben: Laut IG Metall erfuhr sogar die Öffentlichkeit früher von den Kündigungsplänen als die Verhandler.

02.10.2026, 08:10 Uhr

IG Metall wirft Volkswagen nach Tarifkündigungen respektloses und verantwortungsloses Vorgehen vor

IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger hat das Vorgehen der Volkswagen-Führung nach der Kündigung zahlreicher Tarifverträge scharf kritisiert. Im Deutschlandfunk bezeichnete er den Umgang des Konzerns mit den eigenen Beschäftigten als respektlos. Zugleich sprach der Leiter des Gewerkschaftsbezirks Niedersachsen und Sachsen-Anhalt von einem verantwortungslosen Verhalten gegenüber dem Unternehmen selbst, weil damit ein Konflikt ausgelöst werde, den Volkswagen derzeit nicht gebrauchen könne.

Als Beispiel nannte Gröger ein Gespräch über den Zukunftstarifvertrag 2024. Die Arbeitnehmervertreter hätten sich einen rund 50-minütigen Vortrag des Unternehmens angehört, ohne dass die geplante Kündigung von Tarifverträgen auch nur erwähnt worden sei. Noch während des laufenden Gesprächs sei in den Medien bereits über die Pläne berichtet worden. Aus Sicht der Gewerkschaft habe Volkswagen damit erneut zuerst die Öffentlichkeit informiert, statt die eigenen Beschäftigten direkt einzubeziehen.

Besonders scharf kritisierte Gröger die Kündigung des Manteltarifvertrags, der die grundlegenden Rahmenbedingungen für die Beschäftigten regelt. Ein solcher Schritt sei in der Geschichte von Volkswagen einmalig. Die Interessenvertretung sehe sich auf die bevorstehende Auseinandersetzung vorbereitet.

Volkswagen hatte im Zuge verschärfter Sparmaßnahmen zuletzt einen Großteil seiner Tarifverträge aufgekündigt, darunter auch den zentralen Manteltarifvertrag. Nach Auffassung des Unternehmens müssen angesichts des aktuellen Kostendrucks verschiedene Regelungen in den Verträgen angepasst werden.

Weltweit plant der VW-Vorstand in den kommenden Jahren unter anderem den Abbau von 50.000 Stellen zusätzlich zu bereits laufenden Kürzungsplänen. Die Marken und Gesellschaften des Konzerns sollen entsprechende Konzepte ausarbeiten. Etwa die Hälfte der Einsparungen könnte nach bisherigen Überlegungen auf deutsche Standorte entfallen. Konkrete Programme müssen allerdings noch mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt werden.

Offen ist zudem, wie es über die Jahre 2031 bis 2034 hinaus mit mehreren Standorten weitergeht. Das betrifft die VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie den Audi-Standort Neckarsulm.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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