Wirtschaft

IEA greift zu Ölreserven – jetzt wird Diesel kritisch

Droht jetzt die Diesel-Wende? Die IEA wirft Ölreserven schneller auf den Markt – 100 Millionen Barrel sollen Preise drücken.

07.10.2026, 18:08 Uhr

Die Internationale Energieagentur (IEA) will den Vorstoß Deutschlands und der anderen G7-Staaten aufgreifen und mehr Öl aus den strategischen Notfallreserven verfügbar machen. Nach einem Treffen in Paris erklärte die Organisation, die Mitgliedsländer hätten sich dafür ausgesprochen, die bereits im März beschlossene Freigabe zu beschleunigen und möglichst rasch vollständig umzusetzen. Wegen der angespannten Versorgungslage bei Diesel soll dabei die Abgabe von Dieselreserven nach Möglichkeit Vorrang haben.

Bereits im März hatte die IEA als Reaktion auf den Iran-Krieg die Freigabe von 400 Millionen Barrel Rohöl aus strategischen Beständen beschlossen – so viel wie nie zuvor. Nach Angaben der Agentur wurden davon bisher etwa 325 Millionen Barrel tatsächlich auf den Markt gebracht. Einige Staaten hätten sogar mehr geliefert als ursprünglich angekündigt. Würden nun auch die noch ausstehenden zugesagten Mengen freigegeben, kämen weitere rund 100 Millionen Barrel hinzu – genau das Volumen, das die G7 gefordert hatten.

Trotzdem verfügen die IEA-Mitglieder laut der Energieagentur weiterhin über umfangreiche staatliche Notreserven von rund 1,1 Milliarden Barrel. Darunter befänden sich mehr als 200 Millionen Barrel Diesel. Die IEA betonte, sie sei bereit, bei Bedarf zusätzliche Mengen aus diesen Beständen bereitzustellen.

Die G7 – Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die USA, Japan und Kanada – hatten Anfang Oktober verlangt, dass innerhalb von vier Monaten insgesamt 100 Millionen Barrel Rohöl tatsächlich freigegeben werden. Ziel ist es, die zuletzt stark gestiegenen Kraftstoffpreise zu dämpfen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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