Haribo stoppt Pläne für neues Werk in Neuss
Haribo wird entgegen den bisherigen Ankündigungen kein zusätzliches Werk in Neuss errichten. Das bestätigte das Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte bereits die Neuß-Grevenbroicher Zeitung über das Aus des Projekts berichtet.
Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit dem Start der Planungen deutlich verändert. Anhaltende internationale Krisen hätten Baustoffe verknappt und die Preise auf den Weltmärkten spürbar steigen lassen. Für ein Vorhaben dieser Größenordnung brauche es jedoch verlässliche Planungsgrundlagen sowie kalkulierbare Kosten und Zeitabläufe. Deshalb sei der Verzicht auf den Neubau aus wirtschaftlicher Sicht die sinnvollere Entscheidung.
Geplanter Produktionsstart 2028 fällt weg
Bekannt geworden war das Vorhaben im Mai 2024. Damals hatte Haribo angekündigt, zusätzlich zum bestehenden Werk in Neuss eine weitere Produktionsstätte für rund 300 Millionen Euro bauen zu wollen. Dort sollten vor allem Maoam-Kaubonbons hergestellt werden.
Geplant war, das ältere und wesentlich kleinere Werk nach einer Übergangsphase mit parallelem Betrieb stillzulegen. Mit dem neuen Standort wollte das Unternehmen nach eigener Aussage die starke Nachfrage nach Maoam besser bedienen. Der Produktionsbeginn war für 2028 vorgesehen. Der ursprünglich für 2025 anvisierte Baustart hatte jedoch bislang nicht stattgefunden.
Statt eines Neubaus will Haribo nun nach eigenen Angaben die vorhandenen Standorte gezielt weiterentwickeln. Dazu zählt auch das Werk in Neuss.
Rekord beim Süßwarenabsatz
Der Name Haribo steht für „Hans Riegel Bonn“. Viele Jahre war das Unternehmen in Bonn ansässig, bevor der Firmensitz 2018 nach Grafschaft verlegt wurde. Produktionsstandorte betreibt Haribo unter anderem in Grafschaft, Bonn, Neuss und Solingen.
Im Mai hatte der Süßwarenhersteller zudem von einem Rekordjahr berichtet. 2025 stieg der weltweite Absatz um 4,5 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert der Firmengeschichte. Nach Unternehmensangaben sind Haribo-Produkte in fast 200 Ländern erhältlich. Produziert wird an 16 Standorten in elf Ländern. Weltweit beschäftigt Haribo rund 8.500 Menschen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber