Bodensee-Pegel nähert sich kritischer Marke
Der Wasserstand des Bodensees könnte schon bald unter 2,50 Meter fallen. Am Pegel in Konstanz wurden zuletzt 2,52 Meter gemessen – damit fehlen nur noch zwei Zentimeter bis zu dieser Marke. Für diese Jahreszeit ist das ein extrem niedriger Wert. Nach Einschätzung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) dürfte der Pegel in den kommenden Wochen wegen der anhaltenden Trockenheit und des natürlichen Jahresverlaufs tendenziell weiter sinken.
Auch beim Wetter ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) vorerst keine Entspannung in Sicht. Für die Nacht zum Donnerstag sagen die Meteorologen eine Kaltfront mit schauerartig verstärktem Regen voraus. Zeitweise könne es zwar Niederschläge geben, örtlich seien in wenigen Stunden auch um 20 Liter pro Quadratmeter möglich. Allerdings könne der Regen regional auch deutlich schwächer ausfallen.
Für den ungewöhnlich niedrigen Wasserstand kommen mehrere Faktoren zusammen. Nach Angaben der LUBW blieb nach dem schneearmen Winter vergleichsweise wenig Schmelzwasser aus den Alpen aus. Hinzu kamen seit Monaten zu geringe Niederschläge sowie eine hohe Verdunstung während des warmen Sommers.
Allzeitrekord noch nicht erreicht
Ein Allzeitrekord ist der aktuelle Pegelstand dennoch nicht. Die niedrigsten Wasserstände werden am Bodensee üblicherweise erst im Winter gemessen. Nach Daten des Niedrigwasser-Informationszentrums Baden-Württemberg wurde der tiefste Stand seit Beginn der Auswertung im Jahr 1850 Ende Februar und Anfang März 1858 registriert – damals lag der Pegel bei 2,26 Metern.
Der Bodensee folgt einem natürlichen Jahresrhythmus. Nach den meist hohen Wasserständen im Frühsommer und Sommer gehen die Zuflüsse zum Spätsommer zurück. Im Herbst und Winter fällt ein großer Teil des Niederschlags in den Alpen als Schnee und bleibt zunächst gespeichert. Deshalb sinkt der Wasserstand normalerweise weiter, bevor er im Frühjahr mit der Schneeschmelze wieder steigt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber