Fußball

WM-Hammer: FIFA kippt Gelbsperren-Regel

Bisher wurden Gelbe Karten bei einer WM erst nach dem Viertelfinale gelöscht. Doch wegen des aufgeblähten Spielplans drohten diesmal deutlich mehr Sperren – jetzt greift die FIFA mit einer überraschenden neuen Regel ein.

28.04.2026, 08:19 Uhr

FIFA will Gelbsperren bei der WM schon nach der Gruppenphase streichen

Der Fußball-Weltverband FIFA plant für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko eine spürbare Lockerung bei Gelbsperren. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen Verwarnungen künftig bereits nach den drei Gruppenspielen gelöscht werden – und damit deutlich früher als bislang. Bisher werden Gelbe Karten erst nach dem Viertelfinale gestrichen. Die neue Regelung soll bei der heutigen Sitzung des FIFA-Councils bestätigt werden. Zuerst hatte die BBC darüber berichtet.

Im Normalfall gilt bei Weltmeisterschaften: Wer im Verlauf des Turniers seine zweite Gelbe Karte sieht, ist für eine Partie gesperrt. Durch die Aufstockung des Turniers vom 11. Juni bis 19. Juli von 32 auf 48 Teams kommt nun eine zusätzliche K.-o.-Runde mit 32 Mannschaften hinzu. Dadurch steigt auch die Gefahr, dass Spieler wegen einer Gelbsperre in wichtigen Spielen fehlen – etwa im Halbfinale. Genau das soll mit der Anpassung verhindert werden.

Kein zweiter Fall Ballack

Schon bisher wurden Gelbe Karten nach dem Viertelfinale zurückgesetzt. Damit sollte vermieden werden, dass sich ein Fall wie jener von Michael Ballack wiederholt. Der damalige deutsche Kapitän hatte bei der WM 2002 das Finale gegen Brasilien verpasst, weil er im Halbfinale gegen Südkorea verwarnt worden war.

Auch bei der UEFA wird diskutiert

Die Debatte über eine mildere Handhabung von Gelbsperren beschäftigt inzwischen auch andere Wettbewerbe. Bayern-Trainer Vincent Kompany hatte zuletzt von der UEFA eine Lockerung für die Champions League gefordert. In der Königsklasse werden Verwarnungen bislang ebenfalls erst nach dem Viertelfinale gestrichen – obwohl sich die Zahl der Spiele durch die Reform des Formats vor der vergangenen Saison erhöht hat.

Nach Angaben von Bayer Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro wird eine mögliche Änderung derzeit in der UEFA-Kommission für Clubwettbewerbe beraten. Gegenüber t-online sagte Carro, er teile Kompanys Einschätzung persönlich. Innerhalb des Gremiums gebe es jedoch unterschiedliche Auffassungen. Eine Entscheidung soll zu einem späteren Zeitpunkt fallen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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