Im Toumba-Stadion in Thessaloniki steht für Jürgen Klopp weit mehr auf dem Spiel als nur die schnelle Wiedergutmachung nach seiner ersten Niederlage als Bundestrainer. Das Duell mit Griechenland könnte bereits wichtige Weichen für den Länderspielkalender des kommenden Jahres stellen – und damit auch für den Weg zur EM 2028.
Verliert die Nationalmannschaft heute Abend erneut (20.45 Uhr/RTL), wäre Rang eins in der Nations-League-Gruppe endgültig außer Reichweite. Auch der angestrebte Einzug ins Viertelfinale würde dann ernsthaft wackeln.
Eine Woche nach dem 0:1 in Augsburg geht Deutschland nur als Tabellendritter ins Rückspiel. Die DFB-Elf hat vier Punkte auf dem Konto, hinter dem ungeschlagenen Spitzenreiter Griechenland mit sieben Zählern und den Niederlanden mit fünf. Serbien ist bislang punktlos Letzter.
Im November folgen noch zwei weitere Gruppenspiele: auswärts in Serbien und zuhause gegen die Niederlande. Sollten Teams am Ende gleich viele Punkte haben, entscheidet der direkte Vergleich. Deshalb hätte ein Sieg gegen Griechenland besondere Bedeutung.
Die möglichen Szenarien für Deutschland
Deutschland wird Gruppensieger
Das ist das Wunschziel. Ende März würde die DFB-Auswahl im Viertelfinale der Nations League auf einen Gruppenzweiten treffen und um den Einzug ins Final Four spielen. Das Rückspiel fände dabei vor heimischem Publikum statt. Nach aktuellem Stand kämen unter anderem England, Belgien oder Dänemark als Gegner infrage.
Schafft Deutschland anschließend den Sprung in die Endrunde, würde das Team in der EM-Qualifikation sicher in einer Vierergruppe antreten. Bei einem Scheitern im Viertelfinale wäre auch eine Fünfergruppe möglich, deren Qualifikation bereits im Juni beginnt.
Deutschland wird Gruppenzweiter
Auch in diesem Fall stünde im März das Viertelfinale an. Allerdings wäre die Ausgangslage schwieriger, weil das Rückspiel auswärts stattfinden würde. Mögliche Gegner wären nach jetzigem Stand Spanien, Frankreich oder Portugal.
Für die EM-Qualifikation bliebe die Grundkonstellation gleich: Wer das Final Four erreicht, startet in einer Vierergruppe erst im September. Wer vorher ausscheidet, könnte je nach Einteilung in einer Vierer- oder Fünfergruppe landen und bereits im Juni oder erst im September loslegen.
Deutschland wird Gruppendritter
Dann wird es komplizierter. Von den vier Drittplatzierten der Liga A dürfen nur die zwei punktbesten Teams direkt in der höchsten Klasse bleiben und im März mit der EM-Qualifikation beginnen. Die beiden schwächeren Dritten müssten in die Abstiegs-Playoffs gegen einen Zweiten aus Liga B.
In diesem Fall würde die EM-Qualifikation im Juni starten, zusätzlich stünden Entscheidungsspiele um den Verbleib in Liga A an. Mögliche Gegner wären aktuell die Ukraine, Slowenien, Bosnien-Herzegowina oder Kosovo.
Deutschland wird Gruppenletzter
Das hätte zunächst Folgen für die Auslosung der EM-Qualifikationsgruppen am 6. Dezember in Belfast. Deutschland wäre dann nicht unter den zwölf bestgesetzten Teams und müsste deutlich früher mit einem starken Gegner wie Spanien, Frankreich oder England rechnen.
Auch in der Nations League gäbe es zwei unangenehme Möglichkeiten: Gehört Deutschland zu den zwei schwächeren Gruppenletzten, wäre der Abstieg in Liga B besiegelt – ein derzeit wegen der bereits geholten vier Punkte eher unwahrscheinliches Szenario. Als einer der besseren Letzten müsste die DFB-Elf immerhin noch in die Abstiegsrelegation. Die EM-Qualifikation würde dann im Juni unter wenig positiven Vorzeichen beginnen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber