Thioune schwärmt von Füllkrug nach Bremens nächstem Comeback
Daniel Thioune kam nach dem 2:2 (0:2) von Werder Bremen gegen den SC Paderborn aus dem Lob für Niclas Füllkrug kaum heraus. Der Bremer Trainer hob vor allem die starke Form seines Angreifers hervor, der in den vergangenen fünf Partien sechs Treffer erzielt hat. Eine solche Quote sei eher bei Spitzenclubs wie dem FC Bayern zu erwarten, sagte Thioune sinngemäß – nicht unbedingt bei einer Mannschaft, die in der Vorsaison tief im Tabellenkeller stand und offensiv große Probleme hatte.
Thioune verwies dabei nicht nur auf die Tore des 33-Jährigen. Füllkrug sei seit Wochen herausragend, erklärte der Coach. Er treibe die Mitspieler an, gehe voran und zeige auch im Training großen Ehrgeiz, indem er stets noch mehr machen wolle. Sein Einfluss auf die Mannschaft sei enorm. Dass jemand diese Entwicklung schon vor Saisonbeginn so vorhergesehen habe, könne er sich kaum vorstellen.
Füllkrug prägt Werder spürbar
Auch wenn das Remis gegen den mutig auftretenden Aufsteiger in Bremen niemanden wirklich zufriedenstellte, sorgte Werder erneut für ein bemerkenswertes Comeback. Dank zweier Treffer von Füllkrug in der 59. Minute und per Handelfmeter in der 66. Minute holten die Gastgeber zum dritten Mal in Serie einen 0:2-Rückstand auf. Ein solcher Lauf war in mehr als 63 Jahren Bundesliga zuvor noch keinem anderen Team gelungen.
Wer nach Ursachen für Bremens erstaunliche Wandlung sucht, stößt schnell auf Füllkrug. Der Unterschied zwischen Werder mit ihm und Werder ohne ihn ist groß – darin sind sich innerhalb der Mannschaft offenbar alle einig.

Abwehrspieler Amos Pieper sprach von einer Wirkung, die sich derzeit kaum in Worte fassen lasse. Füllkrug verkörpere für das Team Positivität, Energie und Professionalität und lebe diese Eigenschaften ständig vor.
Füllkrug will das Thema Nationalmannschaft nicht mehr hören
Der Stürmer selbst hat allerdings wenig Interesse daran, die Aufmerksamkeit weiter auf seine Person zu lenken. Vor allem die Fragen zu einer möglichen Rückkehr in die Nationalmannschaft gehen ihm zunehmend auf die Nerven. Auch für allzu große Aussagen über die neue Bremer Mentalität ist es ihm nach nur sechs Spieltagen noch zu früh.
Nach der Partie gegen Paderborn erklärte Füllkrug dennoch, warum es für ihn in Bremen derzeit deutlich besser läuft als nach seinen enttäuschenden Stationen im Ausland in London und Mailand. Er sei heute älter, gefestigter und spiele nicht mehr mit dem Gedanken, sich über eine gute Saison unbedingt für den nächsten Karriereschritt empfehlen zu müssen. Früher habe man vielleicht noch daran gedacht, mit einer starken Spielzeit ein Top-Angebot oder einen Platz in der Nationalmannschaft zu bekommen. Heute sei das anders – und genau daraus ziehe er viel Gelassenheit.
Das Weserstadion soll wieder für besondere Abende stehen
Dass Werder wieder für Spektakel sorgen will und Füllkrug dabei eine zentrale Rolle einnimmt, passt zur Ausrichtung des Vereins. Am Samstag feierten die Bremer den 100. Geburtstag des Weserstadions. Der besondere Ruf dieser Arena gründet auch auf legendären Aufholjagden im Europapokal, etwa gegen Spartak Moskau, den BFC Dynamo oder den RSC Anderlecht.
Thioune betonte, sein Ziel sei es, diese besondere Atmosphäre wieder zu entfachen. Die Geschichte des Clubs gebe das geradezu vor.
Trotz aller Begeisterung wurde gegen Paderborn aber auch deutlich, dass Werder in den kommenden Wochen mehr Ausgewogenheit braucht. Es müsse nicht jedes Mal erst ein 0:2 sein, um am Ende noch etwas Zählbares mitzunehmen, sagte Thioune.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber