Fußball

Trotz Wirbel: Freigang im DFB-Kader

Drei verpasste Doping-Tests, Sperre droht: Warum Laura Freigang trotzdem im DFB-Kader steht, überrascht selbst Fans.

29.09.2026, 14:25 Uhr

Laura Freigang gehört trotz eines anhängigen Disziplinarverfahrens zum Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. DFB-Direktorin für den Frauenfußball, Nia Künzer, stellte bei der Bekanntgabe des Kaders für die Länderspiele gegen Australien am 9. Oktober in Karlsruhe und gegen Japan am 13. Oktober in Bremen klar, dass die Frankfurter Kapitänin spielberechtigt ist. Ausschlaggebend für ihre Nominierung seien ihre sportlichen Leistungen gewesen.

Gegen die 28-Jährige läuft seit Monaten ein Verfahren. Nach Angaben der Nationalen Anti-Doping Agentur soll die 44-malige Nationalspielerin innerhalb von zwölf Monaten bei drei Dopingkontrollen nicht an dem von ihr angegebenen Aufenthaltsort gewesen sein. Solche versäumten Kontrollen gelten als Verstöße gegen die Meldepflicht und können eine längere Sperre nach sich ziehen. Für das Disziplinarverfahren ist inzwischen der Deutsche Fußball-Bund zuständig.

Die sogenannten „Strikes“ werden laut NADA in der Regel mit einer Sperre von zwei Jahren geahndet. Sollte auch der DFB zu dem Ergebnis kommen, dass ein Verstoß vorliegt, würde der Fall vor dem Kontrollausschuss und anschließend vor dem Sportgericht verhandelt. Dort kann Freigang die Umstände erläutern und die Vorwürfe überprüfen lassen. Ein konkreter Dopingverdacht besteht allerdings nicht. Medienberichten zufolge waren alle bisherigen Proben negativ.

Lob von Bundestrainer Wück

Bei den WM-Qualifikationsspielen im Juni gegen Norwegen und in Slowenien hatte Freigang noch gefehlt. Damals war betont worden, dass ihre Nichtberücksichtigung nichts mit den möglichen Verstößen gegen Anti-Doping-Vorgaben zu tun habe.

Bundestrainer Christian Wück hob nun ihre Entwicklung im Verein hervor. Freigang treffe regelmäßig, komme auf einer etwas veränderten Position zum Einsatz und wirke auf dem Platz insgesamt präsenter. Diese Entwicklung habe zu ihrer Rückkehr in den Kader beigetragen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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