Fußball

Tennisball-Eklat! Leverkusen-Freiburg plötzlich gestoppt

Früher Eklat in Leverkusen: Ein Protest stoppt das Spiel – und einem Trainer platzt wegen der eigenen Fans fast der Kragen.

18.10.2026, 15:53 Uhr

Schick schießt Leverkusen zum Sieg gegen Freiburg – Tennisball-Protest unterbricht Partie früh

Bayer Leverkusen hat dem SC Freiburg die erste Niederlage der laufenden Bundesliga-Saison zugefügt und die Breisgauer damit von der Tabellenspitze verdrängt. Die Werkself gewann vor 30.210 Zuschauern im ausverkauften Stadion mit 2:1 (1:1). Matchwinner war erneut Patrik Schick, der mit seinem Treffer in der 76. Minute zugleich einen Vereinsrekord aufstellte: Als erster Leverkusener Profi traf er an den ersten sechs Bundesliga-Spieltagen einer Saison.

„Ich habe schon gehört. Natürlich bin ich sehr glücklich darüber, aber Hauptsache war der Sieg heute. Das macht mich sehr, sehr glücklich“, sagte Schick bei DAZN. Der Erfolg sei „sehr wichtig“ für die Tabelle gewesen. Zugleich lobte der Tscheche die Entwicklung seiner Mannschaft: „Man kann unsere Entwicklung sehen, wir machen nicht mehr so einfache Fehler.“

Für Freiburg bedeutete die Niederlage zugleich den Verlust der Tabellenführung. Der Sport-Club musste Bayern München und Borussia Dortmund vorbeiziehen lassen. Leverkusen bleibt nun punktgleich mit den Breisgauern auf Rang vier.

Bereits in der Anfangsphase war die Partie für einige Minuten unterbrochen worden. In der dritten Minute legte Schiedsrichter Florian Badstübner das Spiel still, nachdem aus dem Freiburger Gästeblock Tennisbälle auf den Rasen geworfen worden waren.

Mit einem Banner machten die Gäste-Fans auf ihren Protest gegen Materialverbote aufmerksam. Dabei geht es in Leverkusen schon länger um Einschränkungen bei Fanmaterial, unter anderem bei Fahnen. Freiburg-Trainer Julian Schuster reagierte sichtbar verärgert, ging zum Gästeblock und machte seinem Unmut Luft. Bundestrainer Jürgen Klopp verfolgte die Szene auf der Tribüne. Nach rund fünf Minuten und dem Einsammeln der Tennisbälle konnte die Begegnung fortgesetzt werden.

Frühe Tore auf beiden Seiten

Nach den internationalen Siegen beider Teams am Donnerstag wirkte es zunächst, als würden beide die Partie eher kontrolliert angehen. Doch Freiburg nutzte früh eine Lücke in der Leverkusener Defensive: Philipp Treu schickte Jan-Niklas Beste über die rechte Seite, bekam den Ball zurück und legte quer. Derry Scherhant stand am zweiten Pfosten frei und traf in der 14. Minute zum 1:0.

Leverkusen antwortete jedoch prompt. Nach einem Missverständnis zwischen Matthias Ginter und Igor Makengo spritzte Moussa Diaby dazwischen und legte im Strafraum quer auf Schick. Der Tscheche ließ den Ball per Hacke für Ibrahim Maza abtropfen, der mit dem Außenrist zum 1:1 vollendete (19.). Beide Mannschaften waren damit äußerst effizient und erzielten jeweils mit ihrem ersten Torschuss direkt einen Treffer.

Wenig Räume, wenige Chancen

In der Folge neutralisierten sich beide Teams weitgehend. Große Möglichkeiten blieben selten, weil beide Defensivreihen aufmerksam arbeiteten. Kurz vor der Pause profitierte Alfonso Moreira von einem Fehlpass von Beste und kam zu einer Chance (45.), doch der Freiburger bereinigte die Situation mit einer starken Defensivaktion selbst wieder.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Leverkusen den Druck. Facundo Medina verzog mit einem Flachschuss aus der Distanz knapp (50.), danach schoss Schick aus kurzer Distanz über die Latte (59.).

Freiburg hadert nach Schicks Rekordtor

In der 76. Minute fiel dann die Entscheidung: Nach Vorlage von Maza traf Schick aus kurzer Distanz zum 2:1. Mit seinem sechsten Saisontor am sechsten Spieltag übertraf der Tscheche die bisherigen Bayer-Bestmarken von Dimitar Berbatow (2005/06) und Stefan Kießling (2009/10).

Bei Freiburg überwog danach der Frust. Torschütze Scherhant sprach von einer „sehr, sehr bitteren“ Niederlage: „Eigentlich machen wir ein gutes Spiel.“ Auch Jan-Niklas Beste ärgerte sich vor allem über das Defensivverhalten vor dem entscheidenden Gegentor: „Da sind wir einfach zu gierig. Das ist dann zu billig, ganz einfach.“

Am Ende blieb es beim knappen Heimsieg für Leverkusen, während Freiburg erstmals in dieser Bundesliga-Saison als Verlierer vom Platz ging.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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