Muslic fordert von Schalke nach Bundesliga-Rückkehr schnelle Lehren
Nach der klaren 0:3 (0:1)-Niederlage des FC Schalke 04 beim FC Augsburg hat Trainer Miron Muslic seine Mannschaft zu mehr Wachsamkeit in der Bundesliga aufgefordert. Der 43-Jährige betonte nach dem Auftakt, dass das Oberhaus in allen Spielmomenten ein deutlich höheres Maß an Konzentration verlange.
Von Aufstiegs-Euphorie war bei den mitgereisten Schalke-Anhängern trotz der harten Bundesliga-Landung weiter etwas zu spüren. Rund 6.000 Fans in der ausverkauften Arena in Augsburg reagierten nach dem ersten Erstligaspiel seit drei Jahren nicht niedergeschlagen, sondern unterstützten ihr Team bis zuletzt und auch nach dem Abpfiff mit Applaus und lauten „Schalke“-Rufen.
Muslic sieht ein solides Gerüst
Vor dem ersten Heimspiel der Saison gegen den FC Bayern München wollte Muslic keine Unruhe aufkommen lassen. Trotz des misslungenen Starts verbreitete er demonstrative Ruhe und verwies auf die Ausgangslage des Aufsteigers.
Schalke kenne seine Rolle als Neuling in der Liga, sagte der Coach. Gleichzeitig hob er hervor, dass die Mannschaft in den vergangenen 14 Monaten ein stabiles Fundament geschaffen habe und ihre Situation realistisch einschätze. Dass nun bereits am zweiten Spieltag die Bayern mit ihrer Offensivstärke um Harry Kane und Michael Olise nach Gelsenkirchen kommen, bezeichnete Muslic nicht als bedrohliches Szenario. Von einer fatalen Ansetzung wollte er nichts wissen.
Mit einem Lächeln erzählte der Trainer in Augsburg zudem eine kleine Anekdote: Vor der Partie habe er den Sohn von FCA-Coach Manuel Baum kennengelernt, der kurz zuvor das 5:1 der Bayern gegen den VfB Stuttgart in München gesehen hatte. Muslic verwies dabei augenzwinkernd auf seine Sympathie für den TSV 1860 München.
Gute erste Hälfte, aber ohne Ertrag
Mit dem Auftritt vor der Pause war Muslic weitgehend einverstanden. Er sah in der ersten Halbzeit viel Positives, lobte die Ordnung im Spiel sowie die aggressive und engagierte Art seiner Mannschaft. Schalke hätte in dieser Phase sogar in Führung gehen können. Entscheidend sei jedoch, die sich bietenden Chancen konsequent zu nutzen. Genau darin sah er eine der wichtigsten Erkenntnisse des Abends.
In der Aufstiegssaison in der 2. Liga habe Schalke Gegner für Fehler oft bestraft. In Augsburg gelang das nicht. Stattdessen blieb die Partie nach dem Führungstor von Michael Gregoritsch lange beim 0:1. Erst nach der berechtigten Roten Karte gegen Mittelfeldspieler Ron Schallenberg schraubten Anton Kade und Rodrigo Ribeiro das Ergebnis in der Schlussphase noch in die Höhe.
Auch der eingewechselte Edin Dzeko konnte in Unterzahl nichts mehr daran ändern, dass Schalke zum Start deutlich verlor.
Becker: In der Bundesliga wird alles bestraft
Kapitän Timo Becker sah den Unterschied vor allem in der Effizienz und Routine des Gegners. Augsburg habe gezeigt, weshalb sich der Club seit Jahren in der Bundesliga behaupte. In der ersten Liga werde nahezu jeder Fehler konsequent ausgenutzt.
Becker stand nach der Partie mit dick bandagiertem Fuß in den Katakomben. Er berichtete von mehreren Treffern gegen den Knöchel, stellte aber klar, dass ihn die Niederlage mehr schmerze als die Blessur.
Harte Monate angekündigt
Muslic machte zugleich deutlich, dass nun viel Arbeit vor seiner Mannschaft liege. Das Team habe den Willen, zu lernen und sich weiterzuentwickeln, sagte der Schalke-Coach. Die kommenden zehn Monate würden brutal intensiv und sehr fordernd, auf diese Herausforderung sehe er seine Mannschaft aber vorbereitet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber