Rummenigge enthielt sich bei Eberls Vertragsverlängerung
Karl-Heinz Rummenigge hat bei der Entscheidung über die Ausweitung des Vertrags von Bayerns Sportvorstand Max Eberl im Aufsichtsrat nicht zugestimmt. In einem Gespräch mit der „Abendzeitung“ sagte der frühere Vorstandschef, ihn habe vor allem die öffentliche Debatte um den Vorgang gestört.
Nach seinen Worten sei der Eindruck entstanden, der Präsidialausschuss habe die Verlängerung bereits festgelegt und den restlichen Mitgliedern des Aufsichtsrats nur noch mitgeteilt. Genau so funktioniere das Verfahren jedoch nicht, betonte Rummenigge.
Entscheidung fiel erst in der Sitzung
Der 71-Jährige erklärte, der Präsidialausschuss könne zwar eine Empfehlung aussprechen, die endgültige Entscheidung treffe aber das komplette Kontrollgremium. Er habe daher lange überlegt, ob er mit Nein stimmen solle, sich dann aber erst im Verlauf der Sitzung für eine Enthaltung entschieden.
Für ihn sei entscheidend gewesen, unabhängig zu urteilen und sich nicht durch vorherige Empfehlungen festlegen zu lassen. Im Präsidialausschuss sitzen nicht sämtliche Aufsichtsratsmitglieder; das Gremium bereitet Beschlüsse vor oder spricht Empfehlungen aus, entschieden wird am Ende jedoch im gesamten Aufsichtsrat.
Verträge bis 2029 verlängert
Der Aufsichtsrat des FC Bayern hatte die Verträge von Max Eberl und Vorstandschef Jan-Christian Dreesen jeweils um zwei Jahre bis Mitte 2029 verlängert. Zuvor war über Eberls Zukunft über längere Zeit spekuliert worden.
Kritik an durchgestochenen Informationen
Rummenigge machte deutlich, dass ihn nicht die interne Beratung an sich störe. Dem Präsidialausschuss gehören Uli Hoeneß, Herbert Hainer sowie Vertreter der Anteilseigner Adidas, Audi und Allianz an. Wenn dort intern gesprochen und anschließend eine Empfehlung abgegeben werde, sei das für ihn völlig in Ordnung.

Problematisch werde es für ihn jedoch, wenn eine solche Empfehlung an Medien weitergegeben werde und dadurch der Eindruck entstehe, die Entscheidung sei praktisch schon gefallen. Genau damit habe er ein Problem, sagte Rummenigge offen.
Auf die Frage, ob er sich von Hoeneß oder Hainer persönlich enttäuscht fühle, wollte er niemanden direkt verantwortlich machen. Wer die Veröffentlichung veranlasst habe, wisse er nicht. Klar sei für ihn aber, dass die Art der Bekanntmachung nicht korrekt gewesen sei. Das habe er den Beteiligten nach eigenen Angaben auch deutlich gesagt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber