Matthäus widerspricht Schweinsteiger: DFB-Elf für ihn nicht nur Durchschnitt
Lothar Matthäus hält die deutsche Nationalmannschaft trotz der jüngsten Rückschläge nicht für eine Mannschaft des Mittelmaßes. Der Rekordnationalspieler betonte gegenüber der „Bild“, dass dem DFB-Team weiterhin genügend Akteure mit besonderer Klasse zur Verfügung stünden. Diese würden bei Spitzenvereinen wie dem FC Bayern, dem FC Barcelona oder Arsenal regelmäßig zeigen, welches Niveau sie haben.
Nach Ansicht von Matthäus liegt das Hauptproblem nicht in der Qualität des Kaders, sondern in der Einstellung. Aus seiner Sicht fehlt es der Mannschaft vor allem an Mentalität. Deutschland müsse wieder zu einem Gegner werden, der schwer zu bezwingen ist und wie früher Respekt einflößt.
Große Hoffnungen setzt Matthäus dabei auf den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp. Er sei genau der Typ, der diese Mentalität verkörpere und vorlebe. Wenn jemand in der Lage sei, diese Haltung auf die Mannschaft zu übertragen, dann Klopp.
Schweinsteiger hatte nach Pleite scharf kritisiert
Bastian Schweinsteiger hatte nach dem 0:1 gegen Griechenland in Augsburg ein deutlich düstereres Bild gezeichnet. Als ARD-Experte erklärte der Weltmeister von 2014, Deutschland gehöre aus seiner Sicht nicht mehr zur Spitze und sei inzwischen im Mittelmaß angekommen. Es fehle an Spielern, die den entscheidenden Unterschied machen könnten.
In einem Punkt herrscht zwischen Schweinsteiger und Matthäus allerdings Einigkeit: Beide sehen in Klopp den richtigen Mann, um den personellen und sportlichen Neuaufbau der Nationalmannschaft anzustoßen.

Matthäus nennt mehrere Leistungsträger
Matthäus führte mehrere Spieler an, die für ihn sehr wohl das Potenzial zu Unterschiedsspielern haben. Kai Havertz nannte er als Beispiel, der nicht ohne Grund im Angriff von Arsenal spielt. Auch Karim Adeyemi hob er hervor und verwies auf dessen starke Form beim FC Barcelona.
Besonders viel Qualität sieht Matthäus außerdem im Offensivduo Jamal Musiala und Florian Wirtz, deren Marktwert zusammen deutlich über 200 Millionen Euro liege. In Joshua Kimmich habe Deutschland zudem einen echten Führungsspieler im Zentrum.
Auch defensiv erkennt Matthäus gute Ansätze. Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah könnten seiner Meinung nach ein sehr starkes Innenverteidiger-Duo bilden. Darüber hinaus erwähnte er Yann Aurel Bisseck von Inter Mailand als weiteren Abwehrspieler mit großem Potenzial. Dabei verwies Matthäus auf das Lob seines früheren Kollegen Giuseppe Bergomi, der Bisseck bereits jetzt Weltklasse bescheinigt habe.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber