Fußball

Leipzig-Debakel in München: Coach bittet Fans um Verzeihung

Bayern zerlegt Leipzig – und selbst das 1:6 schmeichelt RB. Jetzt wächst die Angst vor dem Madrid-Schock gewaltig.

18.10.2026, 08:17 Uhr

Leipzig erlebt Debakel in München: Vandevoordt trotz sechs Gegentoren bester RB-Spieler

Die deutliche Unterlegenheit von RB Leipzig beim 1:6 (0:3) gegen den FC Bayern ließ sich an einem bemerkenswerten Detail ablesen: Torhüter Maarten Vandevoordt musste zwar sechsmal hinter sich greifen, war aber dennoch der mit Abstand stärkste Leipziger. Mit zahlreichen Paraden verhinderte der Belgier, dass die Niederlage gegen die Münchner noch höher ausfiel.

Entsprechend tief saß der Frust bei den Sachsen. Trainer Martin Demichelis richtete nach dem Spiel zunächst eine Entschuldigung an die mitgereisten Anhänger. Eine Niederlage in der Allianz Arena sei zwar grundsätzlich möglich, sagte er, aber nicht in dieser Form. Auch Sportchef Marcel Schäfer fand klare Worte und sprach von einem kompletten Versagen in sämtlichen Mannschaftsteilen.

Bitterer Rückschlag vor der Reise nach Madrid

Nach einem durchwachsenen Saisonbeginn und dem jüngsten 1:0-Erfolg in der Champions League gegen PSV Eindhoven folgte nun ein herber Dämpfer. Besonders brisant: Schon am Mittwoch wartet in der Königsklasse mit Real Madrid die nächste große Herausforderung. Gegen Spieler wie Kylian Mbappé, Jude Bellingham und Vinicius Junior dürfte Leipzig in dieser Verfassung enorme Probleme bekommen.

Demichelis verzichtete darauf, die Pleite irgendwie schönzureden. Viel Positives sei aus diesem Spiel nicht mitzunehmen, erklärte der Argentinier. Sein Rat an die Mannschaft: Die Vorstellung in München müsse so schnell wie möglich abgehakt werden.

Bayern München - RB Leipzig
Die Leipziger von Trainer Martin Demichelis (Mitte) hatten gegen den FC Bayern keine Chance. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Klostermann gegen Diaz überfordert

Auch personell lag der neue Leipziger Coach daneben. Überraschend begann Lukas Klostermann als rechter Verteidiger, während Ridle Baku zunächst auf der Bank Platz nahm. Gegen Bayerns Luis Diaz war Klostermann jedoch immer wieder einen Schritt zu spät. Der Kolumbianer nutzte das konsequent aus und erzielte drei Treffer.

Neben Diaz trafen auch Aleksandar Pavlovic, Michael Olise und Harry Kane. Das späte Tor von Andrija Maksimovic in der Nachspielzeit änderte an der gedrückten Stimmung bei RB nichts. Mittelfeldspieler Rocco Reitz brachte die Enttäuschung knapp auf den Punkt: Er sei bedient.

Bayern dominiert Leipzig von Beginn an

Schon in den ersten Minuten geriet Leipzig massiv unter Druck. Die Bayern drängten den Gegner tief in die eigene Hälfte, phasenweise kam RB über längere Zeit kaum über die Mittellinie. Gegen das aggressive Pressing im Mittelfeld und die spielerische Qualität der Münchner Offensive fanden die Gäste keinerlei Lösung.

Schäfer sprach hinterher offen aus, dass Leipzig in allen Belangen unterlegen gewesen sei. Die Mannschaft habe einen außergewöhnlich schlechten Tag erwischt, während Bayern zugleich stark aufgetreten sei. Deshalb müsse man sogar sagen, mit sechs Gegentoren noch glimpflich davongekommen zu sein.

Schwache Bilanz gegen den Rekordmeister

Die Wucht der Niederlage zeigte sich auch in einem kuriosen Moment nach Abpfiff: Zu Beginn der Pressekonferenz sprach Leipzigs Vereinssprecher versehentlich von einem 0:6 und ließ den Ehrentreffer zum 1:6 außen vor.

Bereits in der vergangenen Saison hatte RB in München mit 0:6 verloren. Schäfer bewertete den aktuellen Auftritt sogar noch schlechter als den des Vorjahres. Seine Mannschaft habe sich diesmal in keiner Phase wirklich gewehrt. Gegen Bayern scheint sich damit ein negatives Muster zu verfestigen: Vier der vergangenen fünf Bundesliga-Duelle gingen verloren, dabei kassierte Leipzig insgesamt 25 Gegentore. Hinzu kommt noch eine Niederlage im Pokal.

Schäfer kündigt klare Aufarbeitung an

Mit Blick auf das nächste Spitzenspiel in Madrid kündigte Schäfer eine schonungslose Analyse an. Die Partie in München habe eindrücklich gezeigt, was es bedeute, auf absolutem Top- oder Weltklasseniveau zu bestehen. Für Leipzig sei das eine deutliche Lektion gewesen — und zugleich ein Hinweis darauf, wie viel Arbeit noch bevorsteht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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