Klopp erklärt Kimmich-Verzicht und setzt auf Tests ohne die „Platzhirsche“
Jürgen Klopp hat sich vor dem Heimspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Serbien in die Debatte um den Verzicht auf Kapitän Joshua Kimmich eingeschaltet. Der Mittelfeldspieler des FC Bayern gehört nach den ersten beiden Partien nicht mehr zum zweiten Kader für das Spiel am Abend in der Münchner Arena sowie für die Begegnung am Sonntag in Griechenland.
Nach dem 0:1 gegen Griechenland in Augsburg hatte Kimmich selbst erklärt, dass er bis zuletzt gehofft habe, beim Team bleiben zu können. Klopp bestätigte im Interview mit BR24, dass der 29-Jährige mehrfach nachgefragt habe. Mit einem Grinsen kommentierte der Bundestrainer, je öfter man frage, desto unwahrscheinlicher werde es manchmal, am Ende auch das zu bekommen, was man wolle.
Klopp über Kimmich: „Es ist alles gut“
Trotz der Nichtberücksichtigung betonte Klopp, dass es keinerlei Verstimmung mit Kimmich gebe. Der Bayern-Profi habe in der ersten Länderspielwoche einen großartigen Eindruck hinterlassen und sich zudem als starker Kapitän präsentiert. Zwischen beiden sei alles in Ordnung, stellte Klopp klar.
Der Bundestrainer erklärte zugleich, dass er gemeinsam mit seinem Trainerteam bewusst einen Schnitt im Kader habe vornehmen wollen. Es gehe darum, in dieser frühen Phase seiner Amtszeit weitere Spieler unter Wettkampfbedingungen genauer kennenzulernen.
Neue Eindrücke ohne die Führungsspieler
Klopp sagte, er wolle sehen, wie sich andere Akteure präsentierten, wenn die etablierten Kräfte einmal nicht dabei seien. Als Beispiel nannte er Neuling Vitaly Janelt vom FC Brentford. Der Bundestrainer will sich damit frühzeitig auf mögliche Ausfälle vorbereiten und ein breiteres Bild von seinem Personal gewinnen.
Gerade mit Blick auf die kommenden Monate sei es wichtig, Alternativen zu testen, um im Fall von Verletzungen oder Formschwankungen schnell reagieren zu können. Genau an diesem Prozess arbeite das Trainerteam derzeit.
Klopp: Keine Botschaft gegen Kimmich
Später bekräftigte Klopp im ZDF noch einmal, dass die Entscheidung ausdrücklich nicht gegen Kimmich gerichtet gewesen sei. Dass der Mittelfeldspieler unbedingt habe dabeibleiben wollen, zeichne ihn vielmehr aus, sagte der Bundestrainer. Eine besondere Botschaft habe er seinem Kapitän mit der Ausbootung nicht senden wollen.
Klopp schickt Kimmich mit einem Scherz in die Pause
Zum Abschluss richtete Klopp noch eine locker gemeinte Botschaft an seinen Kapitän. Die Familie Kimmich habe nun so etwas wie Familienurlaub, sagte er sinngemäß. Er hoffe deshalb, dass Joshua Kimmich diese freie Zeit auch wirklich nutze.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber