Fußball

Klopp unter Druck: Nations League als Rettung oder Falle

63 Seiten Nations League: Klopp blickt noch nicht komplett durch – kurz vor dem Start verrät er trotzdem seinen „Idealfall“.

22.09.2026, 05:34 Uhr

Klopp tastet sich an den Nations-League-Modus heran

Jürgen Klopp sprach offen darüber, dass ihm die komplizierten Regeln der Nations League vor seinem Einstand als Bundestrainer noch nicht in allen Details klar sind. Gerade die Auswirkungen des Wettbewerbs auf die Qualifikation für die EM seien selbst für Fachleute nicht immer leicht zu durchschauen.

„Mir muss noch genau erklärt werden, welchen Einfluss die Nations League auf die EM-Qualifikationsgruppe hat und wie das alles zusammenhängt. Aber ich wurde schon darauf aufmerksam gemacht. Im besten Fall spielen wir einfach gut – das habe ich verstanden“, sagte Klopp.

Wichtige Rolle für die EM-Qualifikation

Für den neuen Nationalcoach geht es von Beginn an um viel. Die Nations League bietet nicht nur die Chance auf einen Titel im kommenden Sommer, sondern kann auch zum wichtigen Sicherheitsnetz auf dem Weg zur Europameisterschaft 2028 werden, falls die direkte Qualifikation misslingt.

Klopp begrüßt, dass die Spiele sofort einen echten Wettbewerbswert haben. Zum Auftakt wartet am Donnerstagabend (20.45 Uhr/RTL) auswärts die Niederlande, danach folgen Duelle mit Serbien und Griechenland.

Seine Haltung zu dem Wettbewerb habe sich mit der Zeit verändert. Früher, noch in seiner Zeit als Trainer des FC Liverpool, hatte er die Einführung der Nations League kritisch gesehen. Inzwischen bewertet er das anders: Anfangs sei man vielleicht skeptisch, später wisse man den Wettbewerb zu schätzen. Entscheidend sei für ihn, dass es in den Spielen um etwas gehe.

Final Four als erstes Ziel

Sportlich ist die Ausgangslage klar: Belegt Deutschland in der Gruppenphase Rang eins oder zwei, steht die Mannschaft im März in den Viertelfinal-Playoffs. Dort kann dann das Ticket für das Final Four im Juni gelöst werden. Deutschland schaffte den Sprung in die Endrunde bislang nur einmal – zuletzt 2025.

Beim Heimturnier in München und Stuttgart sprang nach Niederlagen gegen Portugal und Frankreich allerdings nur der letzte Platz heraus. Für Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann war das damals ein deutliches Signal, dass die deutsche Mannschaft im Vergleich zur europäischen Spitze zurückgefallen war.

Wer es ins Final Four schafft, profitiert außerdem in der EM-Qualifikation: Statt in einer Fünfergruppe landet man sicher in einer Vierergruppe. Dadurch entfällt auch eine potenziell unangenehme Auswärtsreise zu einem Außenseiter aus dem schwächsten Lostopf. Gleichzeitig winken auf höchstem Niveau Partien gegen Topteams wie Spanien, Frankreich oder England.

Gruppensieg als Absicherung

Besonders wertvoll wäre Platz eins in der Nations-League-Gruppe noch aus einem anderen Grund: Sollte Deutschland die direkte EM-Qualifikation im Herbst 2027 verpassen, wäre über diesen Weg die Teilnahme an den Playoffs im März 2028 abgesichert. Genau dieser zusätzliche Rettungsanker dürfte gemeint sein, von dem Klopp bereits gehört hat.

Wird die DFB-Auswahl dagegen nur Dritter, drohen im März Relegationsspiele gegen den Abstieg aus der Liga A. Als Gruppenletzter müsste Deutschland sogar direkt aus der höchsten Klasse absteigen. Für die nächste Nations-League-Ausgabe 2028 wird die Zahl der Mannschaften in der A-Liga allerdings von 16 auf 18 erhöht.

Wer sämtliche Details nachlesen will, findet das umfangreiche Regelwerk der Nations League auf der UEFA-Website.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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