Fußball

Klopp schwärmt von Bischof: «Tom kann fast alles»

Geheimer DFB-Plan mit Bayern-Hilfe: U21-Kapitän Tom Bischof soll erst das EM-Ticket holen – dann wartet Klopp.

25.09.2026, 12:32 Uhr

Die anerkennenden Worte von Bundestrainer Jürgen Klopp kommen für Tom Bischof zur richtigen Zeit. Vor den entscheidenden U21-Spielen adelte Klopp den 21 Jahre alten Mittelfeldspieler des FC Bayern als „ganz feinen Fußballer“ mit viel strategischem Talent und einem starken Charakter. In dieser Länderspielpause ist Bischof gleich für zwei DFB-Teams eingeplant.

Zunächst soll der U21-Kapitän die deutsche Auswahl am Samstag (18.00 Uhr/Sat.1) in Lettland zu einem richtungsweisenden Sieg auf dem Weg zur EM-Endrunde führen. Danach will er sich auch im A-Team weiter für einen festen Platz unter Klopp empfehlen. Besonders hob der Bundestrainer die Beidfüßigkeit und Schussstärke des Bayern-Profis hervor. Solche Spieler seien selten, betonte der 59-Jährige.

Bischof selbst nahm das Lob gerne an. Er freue sich natürlich über das Kompliment, sagte der Mittelfeldspieler. Jetzt wolle er es Klopp auf dem Platz beweisen und „eine geile Woche hinlegen“.

Führungsfigur in der U21

Erste Eindrücke im Kreis der A-Nationalmannschaft sammelte Bischof bereits bei der Nations-League-Endrunde 2025, damals noch unter Julian Nagelsmann. Danach kam er sechsmal für die U21 zum Einsatz, erzielte drei Tore und feierte mit dem Team fünf Siege bei nur einer Niederlage.

Für Hertha-Verteidiger Linus Gechter ist die Rolle des Bayern-Profis klar umrissen: „Tom ist ein Leader“, sagte er. Deshalb trage Bischof auch die Kapitänsbinde.

Erst U21, dann Minuten im A-Team

Beim FC Bayern muss sich Bischof im Konkurrenzkampf um regelmäßige Einsatzzeit stärker gedulden als in der U21. Seit seinem Wechsel aus Hoffenheim im Sommer 2025 kommt er unter Trainer Vincent Kompany zwar schon auf beachtliche 46 Pflichtspiele, Stammspieler im Dauereinsatz ist er aber noch nicht. Klopp formulierte es locker: Bischof spiele eben „nicht jede Woche drei Spiele“.

Der Plan ist deshalb klar: erst Führungsverantwortung und Rhythmus in der U21 sammeln, dann in den Länderspielen gegen Serbien in München am 1. Oktober und in Griechenland am 4. Oktober weitere Spielminuten auf höchstem Niveau bekommen.

Bischof sieht darin einen Gewinn für seine Entwicklung. Beide Rollen täten ihm sehr gut, sagte er. In der U21 könne er brutal viel Verantwortung übernehmen – und genau das müsse er oben genauso tun.

Di Salvo: Bischof war sofort Feuer und Flamme

U21-Trainer Antonio Di Salvo berichtete, dass die Entscheidung eng abgestimmt war. Zunächst habe er mit Klopp gesprochen, danach mit Bischof. Der Mittelfeldmann sei sofort „Feuer und Flamme“ gewesen. Auch der FC Bayern trage den Plan mit.

Di Salvo wertete das zugleich als wichtiges Signal an die Mannschaft und als Zeichen für die Bedeutung der anstehenden Partien – obwohl Bischof im Anschluss zur A-Nationalmannschaft weiterreist.

Auch in München mit Führungsrolle eingeplant

Langfristig trauen die Verantwortlichen Bischof auch beim FC Bayern eine prägende Rolle zu. Vor der Abreise zum DFB besuchte er an der Seite von Josefine Scholl, der Tochter von Mehmet Scholl, noch das Oktoberfest. Bereits in der Vorbereitung hatte er in einer damals sehr jungen Münchner Mannschaft Führungsaufgaben übernommen, weil die WM-Teilnehmer erst später ins Training eingestiegen waren.

Auch der Wechsel auf die Rückennummer 8, die zuvor Leon Goretzka getragen hatte, unterstreicht seinen hohen Stellenwert beim Rekordmeister. Sein Vertrag in München läuft bis 2029.

Auf der Sechs vorgesehen, aber flexibel einsetzbar

Bischof weiß nach eigener Aussage, wo der FC Bayern ihn langfristig sieht: im zentralen Mittelfeld auf der Sechserposition. Gleichzeitig betont er seine Vielseitigkeit. Wenn der Trainer ihn links, rechts oder sogar im Tor brauche, sei er da, sagte der 21-Jährige.

Tatsächlich wurde der flexible Profi im Mittelfeld bereits offensiv wie defensiv eingesetzt und half außerdem als Links- und Rechtsverteidiger aus. Seine Haltung ist klar: Er ist offen für alles.

EM-Qualifikation in eigener Hand

In der U21 soll Bischof das Spiel aus dem Mittelfeld lenken. Die deutsche Auswahl hat die Qualifikation für die EM-Endrunde im kommenden Sommer in Albanien und Serbien weiter selbst in der Hand. Mit drei Siegen – mit Bischof gegen Lettland sowie anschließend ohne ihn am Mittwoch in Malta und am 6. Oktober in Bielefeld gegen Georgien – wäre das Ticket für das Turnier sicher.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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