Hoeneß kritisiert UEFA und Nationalmannschaftspausen scharf
Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat die internationalen Fußball-Organisationen wegen der hohen Belastung für die Vereine deutlich angegriffen. Nach seiner Ansicht habe vor allem die lange WM den FC Bayern stark beeinträchtigt. Viele Münchner Profis seien erst sehr spät zurückgekehrt und hätten danach zunächst Urlaub nehmen müssen. Spieler wie Harry Kane oder Michael Olise standen bei dem Turnier noch bis zum letzten Wochenende im Einsatz.
Hoeneß bemängelte außerdem, dass nach dem Saisonauftakt Ende August schon kurz darauf erneut eine Unterbrechung wegen Länderspielen folgte. Besonders die Nations League ist ihm dabei ein Dorn im Auge.
Hoeneß nennt die Nations League überflüssig
Der 74-Jährige warf der UEFA vor, mit der frühen Länderspielpause den Rhythmus der Clubs zu stören. Beim FC Bayern seien 18 Spieler mit ihren Nationalteams unterwegs gewesen. Dass darunter der Spielfluss leide, sei aus seiner Sicht völlig normal. In der Bundesliga liegt der Rekordmeister aktuell zwei Punkte hinter dem Tabellenführer.
Hoeneß forderte, dass sich die Vereine stärker gegen diese Entwicklung wehren müssten. Schließlich zahlten die Clubs die Gehälter der Spieler und nicht die Nationalmannschaften. Die Nations League bezeichnete er in diesem Zusammenhang als unnötigen Wettbewerb.
Hainer unterstützt Hoeneß
Auch Bayern-Präsident Herbert Hainer stellte sich hinter die Kritik. Er sagte, kaum ein anderer Verein in der Bundesliga und auch international sei so stark belastet wie der FC Bayern, da der Kader fast ausschließlich aus Nationalspielern bestehe. Viele Profis seien bereits im Sommer mit ihren Auswahlteams im Einsatz gewesen, dazu kämen weitere Spiele und lange Reisen.

Hainer meinte, diese Belastung könne sich auch im 2:2 gegen den FC Augsburg bemerkbar gemacht haben. Dennoch zeigte er sich überzeugt, dass die Münchner am Ende wieder ganz oben stehen werden. Entscheidend sei schließlich nicht der Zwischenstand, sondern wer zum Saisonende die Spitze belege — und das werde seiner Meinung nach der FC Bayern sein.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber