Jupp Heynckes zeigt sich tief betroffen vom Tod seines langjährigen Freundes und Weggefährten Peter Hermann. Er und seine Frau Iris hätten die traurige Nachricht nur schwer fassen können und seien in Tränen ausgebrochen, schrieb der frühere Erfolgscoach in einem Gastbeitrag für den kicker. Worte reichten kaum aus, um den Schmerz über diesen Verlust zu beschreiben.
Peter Hermann war am Samstag im Alter von 74 Jahren an den Folgen der unheilbaren Nervenkrankheit ALS gestorben. Heynckes stand bis zuletzt mit ihm in Kontakt und besuchte ihn vor rund drei Monaten ein letztes Mal.
Bei diesem Treffen, so schilderte Heynckes, habe Hermann kaum noch sprechen können. Dessen Schwiegersohn habe bei der Unterhaltung helfen müssen, weil sein Freund nur noch schwer zu verstehen gewesen sei. Die Eindrücke dieses Besuchs hätten ihn auf der Heimfahrt überwältigt. Noch kurz vor Hermanns Tod hätten beide per WhatsApp miteinander geschrieben. Besonders hob Heynckes hervor, dass Hermann sein schweres Schicksal nie beklagt habe.
Brüder im Geiste
Heynckes bezeichnete Hermann als seinen „ewigen“ Co-Trainer und als loyalen Partner auf Augenhöhe. Zwischen ihnen habe es nie Streit oder ernsthafte Meinungsverschiedenheiten gegeben. Für ihn seien sie geistige Brüder gewesen. Hermann sei als Assistent „erster Klasse“ ein Vorbild für Trainer jeder Generation.
In Deutschland genoss Peter Hermann als Co-Trainer hohes Ansehen. Mit Heynckes arbeitete er zunächst von 2009 bis 2011 bei Bayer Leverkusen und anschließend von 2011 bis 2013 beim FC Bayern München zusammen. Der gemeinsame Höhepunkt war 2013 der Gewinn des Triples. Auch in der Saison 2017/18 standen beide beim FC Bayern noch einmal gemeinsam an der Seitenlinie.

Besonders prägend in Leverkusen
Nach Worten von Heynckes war Hermann bei den Spielern außergewöhnlich beliebt. Sie hätten ihn nicht nur geschätzt, sondern geliebt, weil er empathisch, bescheiden und herzlich gewesen sei. Er sei wichtig gewesen, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen.
Vor allem bei Bayer Leverkusen hinterließ Hermann über fast drei Jahrzehnte deutliche Spuren. Dort war er als Interimscoach, Co-Trainer, Trainer der zweiten Mannschaft und Scout tätig. Darüber hinaus arbeitete er unter anderem auch als Co-Trainer beim FC Schalke 04, beim Hamburger SV, zuletzt bei Borussia Dortmund sowie im Nachwuchsbereich des Deutschen Fußball-Bundes.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber