Fußball

Heimfluch gebrochen! Eintracht ringt Köln nieder

Heimfluch vorbei! Frankfurt jubelt nach sieben Monaten wieder zu Hause – und ausgerechnet Klopps neuer Nationalstürmer trifft.

16.10.2026, 22:25 Uhr

Ebnoutalib erlöst Frankfurt: Eintracht beendet Heimflaute gegen Köln

Younes Ebnoutalib verzichtete nach dem Abpfiff auf große Jubelposen, die Erleichterung war ihm aber deutlich anzusehen. Der 23 Jahre alte Neu-Nationalspieler erzielte in der 77. Minute das verdiente 1:0 (0:0) von Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Köln und beendete damit die lange Durststrecke der Hessen im eigenen Stadion.

Vor 59.600 Zuschauern im Frankfurter Stadion vollendete Ebnoutalib eine sehenswerte Vorarbeit von Noel Aseko. Für die Mannschaft von Trainer Adi Hütter war es der erste Heimsieg seit mehr als sieben Monaten – und zugleich die passende Antwort auf das ernüchternde 0:6 bei RB Leipzig sechs Tage zuvor.

"Es war sehr, sehr wichtig für uns, für den ganzen Verein, gerade nach so einem Spiel eine solche Reaktion zu zeigen", sagte Kapitän Robin Koch bei Sky. Der Abwehrchef, der selbst turbulente Tage hinter sich hatte, ergänzte: "Ich muss der Mannschaft heute ein Riesenkompliment aussprechen. Wir haben es heute über 90 Minuten auf den Platz gebracht."

Köln, betreut von René Wagner, spielte spätestens nach dem Seitenwechsel vor allem auf einen Punkt. Nach dem 2:1-Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach blieb der nächste Achtungserfolg für die Gäste aber aus. Entsprechend niedergeschlagen zeigte sich Saïd El Mala: "Es tut einfach unfassbar weh, dass wir diese drei Punkte nicht mit nach Hause nehmen können."

Fokus auf Robin Koch

Schon nach 40 Sekunden musste Frankfurts Torhüter Noah Atubolu erstmals eingreifen. Der 24-Jährige, der im Sommer vom SC Freiburg an den Main gewechselt war und nun sein 100. Bundesligaspiel bestritt, parierte einen frühen Versuch von Kölns Marius Bülter sicher. Damit verhinderte er einen Fehlstart wie zuletzt in Leipzig, als Frankfurt früh ins Hintertreffen geraten war.

Besonders im Mittelpunkt stand Koch, den Hütter beim Debakel in Leipzig bereits zur Pause ausgewechselt hatte. Nach zwölf Minuten geriet der Kapitän erneut in Bedrängnis, als ihm El Mala entwischte. Koch konnte sich nur mit einem Foul helfen und hatte Glück, dass Schiedsrichter Benjamin Brand es bei einer Ermahnung beließ.

Atubolu hält Frankfurt im Spiel

Abgesehen von dieser Szene bestimmte Frankfurt über weite Strecken das Geschehen. Ebnoutalib (3.) und Farès Chaïbi (9.) vergaben die ersten guten Möglichkeiten der Gastgeber im Strafraum.

Die Eintracht kam immer wieder gefährlich nach vorne, blieb im Abschluss aber oft zu ungenau. Auf der anderen Seite zeigte sich Atubolu mehrfach auf dem Posten. Mit starker Strafraumbeherrschung vereitelte er nach gut einer halben Stunde die nächste Chance von Bülter. In der letzten Szene vor der Pause setzte El Mala nach einem sehenswerten Solo den Ball deutlich neben das Tor.

Götze blass, Uzun zunächst draußen

Relativ unauffällig blieb Mario Götze, der im Zentrum diesmal den Vorzug vor dem zuletzt schwachen Aseko erhalten hatte. Hütter begründete die Entscheidung vor dem Spiel mit der Erfahrung des Ex-Weltmeisters: "Mit Mario haben wir einen Spieler, der sehr erfahren ist und uns in dieser Situation auch guttut." Überraschend verzichtete der Frankfurter Trainer in seiner Startelf zudem auf den torgefährlichen Can Uzun.

Nach dem Seitenwechsel kam Frankfurt dem Führungstor mehrfach nahe. Ebnoutalib setzte einen Kopfball aus kurzer Distanz knapp daneben, nachdem die Hereingabe von Keita Kosugi einen Tick zu hoch geraten war. Kurz darauf wurde der nächste Abschluss des Angreifers von Joel Schmied geblockt. Für Ebnoutalib, der zu Jahresbeginn von der SV Elversberg gekommen war und inzwischen unter Bundestrainer Jürgen Klopp Nationalspieler ist, blieb es zunächst bei guten Ansätzen.

Als anschließend Lilian Brassier und Chaïbi jeweils per Kopf an Kölns starkem Schlussmann Marvin Schwäbe scheiterten, schien das 1:0 längst überfällig. Köln verteidigte jedoch diszipliniert, hielt auch gegen anrennende Frankfurter die Ordnung und wollte den einen Punkt unbedingt mitnehmen.

Aseko legt auf, Ebnoutalib entscheidet

Am Ende sorgte eine starke Aktion von Aseko für die Entscheidung. Mit einem kleinen Geniestreich setzte er Ebnoutalib in Szene, der eiskalt zum umjubelten Siegtreffer einschob. Der Stürmer blieb nach dem Abpfiff zwar eher zurückhaltend, doch die Erleichterung über den wichtigen Erfolg war ihm deutlich anzumerken.

Damit belohnte sich Frankfurt für eine engagierte Vorstellung, ließ die Enttäuschung von Leipzig schnell hinter sich und setzte im eigenen Stadion endlich wieder ein Erfolgserlebnis.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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