Fußball

FIFA kontert UEFA: Eskaliert jetzt der Machtkampf?

UEFA will in den USA brisante Beweise sichern, um Infantino anzugreifen – die FIFA feuert mit harten Vorwürfen zurück.

29.09.2026, 11:20 Uhr

Streit zwischen FIFA und UEFA verschärft sich

Im internationalen Fußball eskaliert der Konflikt zwischen FIFA und UEFA weiter. Der Weltverband wirft der europäischen Konföderation vor, mit Schikanen, falschen Behauptungen und dem Versuch der Einflussnahme auf die kommende Präsidentenwahl zu arbeiten. Das geht aus einer Stellungnahme hervor, die die FIFA beim Bundesbezirksgericht in Miami eingereicht hat.

Mit dem Schreiben versucht die FIFA, einen Antrag der UEFA auf Herausgabe von Beweismitteln abzuwehren. Hintergrund sind die inzwischen gescheiterten Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu veräußern.

FIFA sieht UEFA-Antrag als mutwillig an

Die UEFA hatte sich in der Sache an die US-Justiz gewandt. Europas Fußball-Dachverband will Unterlagen sichern, die in einem möglichen Strafverfahren und auch vor Schweizer Gerichten gegen Infantino verwendet werden könnten.

Nach Darstellung der FIFA sei der Antrag der UEFA jedoch in böser Absicht und mit dem Ziel gestellt worden, den Weltverband zu bedrängen. Die Anwälte der FIFA erklären, das UEFA-Schreiben enthalte zahlreiche irreführende und falsche Angaben. Zudem werde Infantino ohne Belege unterstellt, er habe sich persönlich bereichern wollen.

Auch den Zeitpunkt des Vorgehens hält die FIFA für politisch motiviert. Die Auseinandersetzung falle nicht zufällig in die Zeit vor der FIFA-Präsidentenwahl im März 2027. Laut Weltverband seien gezielt Falschinformationen über Infantino verbreitet worden. Das Gericht solle deshalb jeden Versuch zurückweisen, die Wahl auf dieser Grundlage zu beeinflussen.

Infantino hält an erneuter Kandidatur fest

Infantino weist weiterhin zurück, gegen geltendes Recht verstoßen zu haben. Der 56-Jährige war im Sommer wegen der Investorenpläne rund um die WM erheblich unter Druck geraten. Auch sein Führungsstil wurde in Teilen der Fußballwelt deutlich kritisiert.

Als Reaktion darauf hatte Infantino zuletzt Gespräche über mögliche Reformen innerhalb der FIFA angeboten. Zudem kündigte er eine unabhängige externe Überprüfung der FIFA-Governance sowie Beratungen über stärkere Entscheidungsstrukturen an, darunter auch zur Rolle des Präsidenten.

Gleichzeitig machte der Schweizer deutlich, dass er den Weltverband weiter führen möchte. Hinweise auf einen Rückzug von einer Kandidatur für eine vierte Amtszeit beim Kongress 2027 gibt es nicht. Genau das fordern jedoch seine Gegner um UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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