Fußball

FIFA kontert: Kassiert Infantino doch nicht mehr?

Geheime Millionen für Infantino? Die FIFA bestreitet brisante Vorwürfe – ausgerechnet kurz vor einem heiklen Treffen.

13.10.2026, 16:12 Uhr

FIFA weist Berichte über angebliche Zusatzvergütung für Infantino zurück

Die FIFA hat Meldungen zurückgewiesen, wonach Präsident Gianni Infantino neben seinem offiziellen Einkommen weitere Gehaltszahlungen erhalten haben soll. Der Weltverband erklärte, Infantino beziehe kein zweites Gehalt und die FIFA erfülle alle Vorgaben zur Offenlegung seiner Bezüge.

Auslöser war ein Bericht der britischen Zeitung The Times. Darin heißt es, Infantino habe zusätzlich Geld von jener US-Gesellschaft erhalten, die zur Organisation der Fußball-Weltmeisterschaft gegründet worden war. Diese Zahlungen seien demnach nicht im Finanzbericht der FIFA aufgeführt worden.

Die FIFA widersprach den Vorwürfen deutlich. Nach Angaben des Verbands seien weder Informationen zu Finanzangelegenheiten verschwiegen noch gegen interne Regeln verstoßen worden. Außerdem würden die Finanzunterlagen unabhängig kontrolliert und entsprächen den steuerrechtlichen Bestimmungen in der Schweiz, in den USA sowie in weiteren Staaten.

Zeitung berichtet von Millionenzahlung

Laut The Times ist in der Steuererklärung der WM-Organisationsgesellschaft vermerkt, dass Infantino im Jahr 2024 zusätzlich 1,76 Millionen US-Dollar erhalten habe. Im offiziellen FIFA-Jahresbericht wurde sein Einkommen für denselben Zeitraum mit 4,274 Millionen Schweizer Franken angegeben. Für 2025 und 2026 könnten laut Zeitung sogar noch höhere Zusatzbeträge geflossen sein.

Die FIFA betonte dazu, dass über das jährliche Gehalt des Präsidenten und weitere vertragliche Leistungen ein unabhängiger Unterausschuss für Vergütungsfragen entscheide.

Die neuen Vorwürfe erhöhen den Druck auf den Schweizer Funktionär. Bereits zuvor war Infantino wegen eines von ihm vorangetriebenen Vermarktungsmodells für WM-Geschäfte stark kritisiert worden. An der Veröffentlichung dieser Pläne war The Times schon im Sommer maßgeblich beteiligt. Sowohl die UEFA als auch der Deutsche Fußball-Bund sprechen sich inzwischen dafür aus, Infantinos Amtszeit an der FIFA-Spitze zu beenden.

Treffen mit Kritikern in Zürich

Am Donnerstag dürfte es bei der Sitzung des FIFA-Councils in Zürich zu einem direkten Aufeinandertreffen zwischen Infantino und seinen Kritikern kommen. Diese sitzen über ihre UEFA-Funktionen ebenfalls im Gremium des Weltverbands.

Trotz der anhaltenden Debatte kann sich der 56-Jährige derzeit weiterhin auf breite Unterstützung aus Afrika, Asien, Südamerika und Ozeanien stützen. Im März 2027 will Infantino für eine vierte Amtszeit als FIFA-Präsident kandidieren. Einen Gegenkandidaten haben seine Gegner bislang noch nicht präsentiert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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