Der FC Augsburg will im Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Bayern am Samstag (15.30 Uhr/Sky) weniger mit ausgeklügelten taktischen Kniffen als mit maximalem Einsatz bestehen. Trainer Manuel Baum fordert von seiner Mannschaft gegen den Tabellenzweiten vor allem enorme Laufbereitschaft, volle Hingabe und viel Intensität. Jeder müsse praktisch ununterbrochen sprinten und den Münchnern das Gefühl geben, am Ball nie Ruhe zu haben.
Immerhin eine Frage muss Baum vor dem Duell nicht klären: Für wen sein Sohn Lionel mitfiebert. Der Nachwuchsspieler des FC Bayern halte laut Baum „zu dem, der gewinnt“. Innerfamiliäre Loyalitätskonflikte gebe es also nicht, der Trainer selbst richte den Fokus ohnehin komplett auf den FCA.
Intensität statt großer Taktikpläne
Baum weiß, dass seine Mannschaft die individuelle Klasse des Rekordmeisters kaum eins zu eins auffangen kann. Gerade nach Länderspielpausen gelten die Bayern als besonders stabil und erfolgreich. Hinzu kommt die starke Form einzelner Topspieler: Neben Harry Kane zählt auch Michael Olise aktuell zu den herausragenden Akteuren im Münchner Kader.
Augsburg will sich davon aber nicht einschüchtern lassen. Für Baum ist entscheidend, dass seine Mannschaft emotionalen und spielerischen Druck entwickelt. Der Gegner soll permanent das Gefühl haben, dass sofort wieder ein Augsburger im Nacken sitzt. Dieses kompromisslose Anlaufen sei in so einem Spiel mitunter wichtiger als jeder noch so ausgearbeitete Matchplan.
FCA reist mit Selbstvertrauen ins Spitzenspiel
Verstecken muss sich Augsburg vor dem Heimspiel nicht. Mit sieben Punkten aus vier Partien ist der Start in die Saison aus FCA-Sicht gelungen. In der Tabelle belegen die Fuggerstädter Rang vier und liegen nur drei Zähler hinter den zweitplatzierten Bayern.
Zusätzlich dürfte Mut machen, dass Augsburg in der vergangenen Bundesliga-Saison das einzige Team war, das die Münchner schlagen konnte. In der ausverkauften WWK Arena hofft Baum nun auf den nächsten Überraschungserfolg. Entscheidend sei dabei vor allem der Glaube an die eigene Chance. Wer nur auf die Stärke des Gegners schaue, habe gedanklich schon verloren.
Olise bleibt das große Problem
Bei aller Konzentration auf die eigene Leistung verliert Baum die Gefährlichkeit der Bayern-Offensive nicht aus dem Blick. Vor allem Michael Olise bereitet dem FCA-Coach Kopfzerbrechen. Im direkten Duell sei der Offensivmann kaum zu stoppen, und selbst mit zusätzlicher Unterstützung bleibe die Aufgabe extrem schwer.
Wer ersetzt Banks in der Dreierkette?
Personell ist Augsburg in der Defensive zum Umbau gezwungen. Noahkai Banks fällt verletzt aus und steht auf der rechten Seite der Dreierkette nicht zur Verfügung. Baum hat dafür in dieser Woche zwei Varianten getestet.
Eine Möglichkeit ist, Juma Bah direkt auf dieser Position zu bringen. Die zweite Lösung wäre, Jeffrey Gouweleeuw in die Startelf zu nehmen und Chrislain Matsima aus der Zentrale auf die rechte Abwehrseite zu ziehen.
Am Grundplan ändert das jedoch nichts: Augsburg will den Bayern mit Leidenschaft, Mut und maximaler Intensität begegnen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber