Emotionaler Abschied von Markus Krösche bei Eintracht Frankfurt
Markus Krösche hat sich nach seinem Aus bei Eintracht Frankfurt mit bewegenden Worten verabschiedet. Der bisherige Sportvorstand sagte am Vormittag zunächst der Mannschaft Lebewohl und wandte sich später auf der Mitgliederversammlung auch an die Fans. Dabei zeigte er sich sichtlich ergriffen.
Vor mehr als 1.300 Mitgliedern in der Frankfurter Jahrhunderthalle sprach der 46-Jährige offen über die schwierige Entscheidung. Die vergangenen Tage seien für ihn nicht leicht gewesen, sagte Krösche. Er habe für sich erkannt, dass er dem Verein nicht mehr in der Weise helfen könne, wie es nötig wäre, weil ihm die notwendige Durchsetzungskraft fehle. Gerade nach fünf sehr erfolgreichen Jahren sei es ihm schwergefallen, diesen Schritt auszusprechen.
Zum Abschluss seiner Rede bedankte er sich bei den Anhängern für die gemeinsame Zeit. Die Eintracht habe ihm gezeigt, was einen echten Traditionsverein ausmache, sagte Krösche. Die Jahre in Frankfurt seien für ihn etwas Besonderes gewesen. Unter großem Applaus erklärte er zudem, dass er sich der Eintracht weiterhin verbunden fühle.
Lob von Präsident Beck
Eintracht-Präsident und Aufsichtsratschef Matthias Beck würdigte Krösches Verdienste in den vergangenen fünf Jahren. Besonders hervor hob er den Gewinn der Europa League im Jahr 2022 sowie den Einzug in die Champions League. Auch die vier aufeinanderfolgenden internationalen Teilnahmen seien eng mit Krösches Arbeit verbunden. Beck betonte, dass Krösche entscheidend dazu beigetragen habe, Frankfurt als feste Größe im europäischen Fußball zu etablieren.

Wechsel nach Mailand möglich?
Zu seiner beruflichen Zukunft äußerte sich Krösche nicht konkret. In Italien wird jedoch erneut über ein Interesse der AC Mailand berichtet. Demnach sollen die Rossoneri ihre Bemühungen um den früheren Leipziger Manager wieder aufgenommen haben. Bereits im Sommer hatte Milan versucht, ihn als „Head of Football“ zu gewinnen. Damals entschied sich Krösche noch für einen Verbleib in Frankfurt.
Sollte ein Wechsel nun zustande kommen, könnte auch die Eintracht finanziell profitieren. Medienberichten zufolge enthält die Freistellungsvereinbarung auf Krösches Initiative hin eine Ausstiegsklausel. Falls ein anderer Club ihn vor dem Sommer 2027 verpflichten möchte, wäre demnach eine Ablösesumme zwischen fünf und sieben Millionen Euro fällig.
Suche nach einem Nachfolger läuft
Wer künftig den Posten des Sportvorstands bei den Hessen übernimmt, ist bislang offen. Übergangsweise führt Axel Hellmann die Aufgaben kommissarisch weiter.
Als bevorzugte Lösung gilt laut Sky der frühere Frankfurter Profi Christoph Spycher, der aktuell bei den Young Boys Bern tätig ist. Der 48-Jährige spielte von 2005 bis 2010 für die Eintracht und kam in dieser Zeit auf 149 Einsätze.
Darüber hinaus werden weitere Namen gehandelt. Dazu zählen Joti Chatzialexiou vom 1. FC Nürnberg, Benjamin Weber vom FC Augsburg, Fredi Bobic von Legia Warschau sowie Pirmin Schwegler vom VfL Wolfsburg. Bobic und Schwegler waren beide bereits in der Vergangenheit für die Frankfurter aktiv.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber