Fußball

DFB-Frauen: Berger raus, Baum überrascht

Vier Monate Pause sind vorbei: Warum DFB-Keeperin Berger überraschend fehlt – und welche England-Legionärinnen Wück holt.

29.09.2026, 12:04 Uhr

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft startet nach vier Monaten Pause in die neue WM-Saison – und Bundestrainer Christian Wück setzt dabei auf anspruchsvolle Gegner und viele Impulse aus dem Ausland. Für die Heimspiele gegen Australien am 9. Oktober in Karlsruhe und Japan am 13. Oktober in Bremen nominierte er erneut ein 24-köpfiges Aufgebot.

Wück will sein Team auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien früh fordern. Die beiden Gegner aus Asien und Ozeanien sollen andere Reize setzen als europäische Nationalteams. Nach dpa-Informationen plant der DFB zudem Ende November beziehungsweise Anfang Dezember zwei weitere Tests auf einem anderen Kontinent, wohl im Rahmen eines Amerika-Trips.

So viele Spielerinnen aus Englands Liga wie nie

Auffällig ist erneut der starke Einfluss der Women’s Super League. Mit sechs Spielerinnen aus Englands Topliga stehen so viele wie noch nie im DFB-Kader. Damit reagiert das Trainerteam auch auf die Wechsel mehrerer deutscher Leistungsträgerinnen auf die Insel.

Erstmals nominiert wurde die frühere Leipzigerin Lisa Baum, die inzwischen für den FC Arsenal spielt. Ebenfalls aus England dabei sind Sjoeke Nüsken vom FC Chelsea, Lea Schüller von Manchester United, Vivien Endemann vom FC Liverpool, Carlotta Wamser von Manchester City sowie Selina Cerci, ebenfalls vom FC Arsenal.

Insgesamt gehören sogar elf Spielerinnen von ausländischen Clubs zum Aufgebot. Wück machte deutlich, wie wichtig ihm dabei regelmäßige Einsätze im Verein sind. Die „Währung Spielzeit“ sei für die Entwicklung und mit Blick auf die WM von großer Bedeutung.

Berger pausiert – Mahmutovic soll ihre Chance bekommen

Stammtorhüterin Ann-Katrin Berger von Gotham FC setzt die beiden Länderspiele in Absprache mit dem Trainerteam aus. Nach DFB-Angaben war bereits länger geplant, dass die 35-Jährige einmal einen Lehrgang auslässt – auch wegen der heißen Phase der Saison in den USA.

Für das Tor wurden Ena Mahmutovic vom FC Bayern München, Stina Johannes vom VfL Wolfsburg und Laura Dick von der TSG Hoffenheim berufen. Mahmutovic soll dabei mindestens einen Einsatz erhalten.

Gwinn kehrt zurück und führt das Team an

Angeführt wird das Aufgebot von Giulia Gwinn. Die Kapitänin des FC Bayern ist nach ihrer Pause wieder dabei, nachdem sie im Juni wegen einer Schulter-Operation die erfolgreichen WM-Qualifikationsspiele gegen Norwegen und Slowenien verpasst hatte.

Freigang trotz laufendem Verfahren im Aufgebot

Zurück im Kader steht auch Laura Freigang von Eintracht Frankfurt – trotz eines laufenden Disziplinarverfahrens. Die Angreiferin ist nach Angaben des DFB spielberechtigt und wurde wegen ihrer sportlichen Leistungen berücksichtigt.

Hintergrund ist ein Fall der Nationalen Anti-Doping Agentur. Demnach soll Freigang innerhalb von zwölf Monaten dreimal nicht am angegebenen Ort für Dopingkontrollen angetroffen worden sein. Der Fall liegt nun beim DFB, eine Sperre steht bislang jedoch nicht fest.

Knaak und Hendrich verletzt, Anyomi fehlt weiter

Nicht zur Verfügung stehen die verletzten Innenverteidigerinnen Rebecca Knaak von Manchester City und Kathrin Hendrich vom 1. FC Köln. Auch Nicole Anyomi, inzwischen bei den London City Lionesses, gehört wegen Aufbautrainings nicht zum Kader.

Wück denkt schon an Brasilien 2027

Mit dem Lehrgang beginnt für Wück und sein Team die nächste Phase auf dem Weg zur WM in Brasilien vom 24. Juni bis 25. Juli 2027. Der Bundestrainer will seine Mannschaft dabei nicht nur sportlich, sondern auch mit Blick auf andere Bedingungen im Ausland vorbereiten. Dazu gehören für ihn Reisen auf andere Kontinente, fremde Spielstile und besondere Stadionatmosphären.

Zugleich verfolgt Wück die Entwicklung im deutschen Frauenfußball aufmerksam. Mit Sorge blickt er auf die Bundesliga, in der er nach eigener Einschätzung in manchen Stadien nur noch wenige Spielerinnen sieht, die überhaupt für die deutsche Nationalmannschaft infrage kommen. Vor der WM steht im kommenden Jahr zudem unter anderem die Olympia-Qualifikation über die Nations League auf dem Programm.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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