Fußball

Alle nach Griechenland – kommt der nächste Torwart-Hammer?

Showdown in Griechenland: Klopp feilt am letzten DFB-Plan – jetzt entscheidet sich, wie viel wirklich auf dem Spiel steht.

03.10.2026, 11:09 Uhr

Sonne, Strand und Meer sorgen in Griechenland zwar für spätsommerliches Flair, für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zählt vor dem Nations-League-Duell in Thessaloniki aber nur der sportliche Auftrag. Zum Abschluss des dichten Programms mit vier Spielen in nur zehn Tagen will Bundestrainer Jürgen Klopp am Sonntagabend (20.45 Uhr/RTL) mit seinem neu formierten Team den zweiten Sieg nachlegen.

Nach dem befreienden 2:0 gegen Serbien bietet sich im Toumba-Stadion von PAOK Saloniki die schnelle Gelegenheit zur Revanche gegen Griechenland. Eine Woche nach dem 0:1 im ersten Vergleich wäre ein Erfolg auch mit Blick auf die Tabelle von großer Bedeutung. Deutschland liegt in Gruppe 2 nach drei Spielen mit vier Punkten auf Rang drei hinter Griechenland (7) und den Niederlanden (5). Nur die beiden besten Teams erreichen das Viertelfinale.

Klopp hielt sich mit Blick auf seinen Matchplan vor dem Rückspiel zwar bedeckt, in einer wichtigen Personalfrage legte er sich aber fest: Jonas Urbig bleibt nach seinem DFB-Debüt gegen Serbien im Tor.

„Jonas bekommt das Spiel. Das hat aber mit einem Nummer-eins-Status nichts zu tun“, sagte Klopp.

Beim Abschlusstraining im bereits herbstlich kühlen Herzogenaurach standen vor dem Abflug nach Griechenland alle 23 verfügbaren Spieler auf dem Platz. Klopp, warm in eine Jacke gehüllt, richtete vor der letzten Einheit noch einige Worte an seine Mannschaft und zeigte sich anschließend vorsichtig optimistisch.

„Das kennt ja jeder: Wenn du ein Spiel gewonnen hast, traust du dir eher zu, auch das nächste zu gewinnen, als wenn du eines verloren hast. Das menschliche Hirn denkt so.“

Zugleich machte der Bundestrainer deutlich, worum es im Rückspiel geht:

„Wir werden versuchen, ein deutlich besseres Ergebnis zu erzielen als im Hinspiel.“

Tabellendruck vor dem Rückspiel

Die Ausgangslage ist eindeutig: Drei Punkte würden die deutschen Chancen auf das Weiterkommen deutlich verbessern. Eine weitere Niederlage gegen den weiterhin ungeschlagenen Tabellenführer wäre dagegen ein herber Rückschlag. Platz eins wäre dann schon vor den beiden abschließenden November-Spielen praktisch außer Reichweite.

Florian Wirtz warnte daher vor der Schwierigkeit der Aufgabe. Die deutschen Reservisten hatten den ersten griechischen Sieg gegen Deutschland in Augsburg noch als Zuschauer auf der Tribüne verfolgt.

„Es wird auf jeden Fall nicht einfacher als beim Hinspiel. Wir müssen wieder ein sehr gutes Spiel hinlegen, um mit einem weiteren Sieg vom Platz zu gehen.“

Auch Aleksandar Pavlovic erwartet eine besondere Atmosphäre im ausverkauften Stadion von PAOK Saloniki mit rund 28.000 Zuschauern.

„Ich kann mir vorstellen, wie die Atmosphäre hier sein wird“, sagte Pavlovic.

Wirtz wohl erstmals Kapitän

Vieles spricht dafür, dass Wirtz die DFB-Elf nach der vorzeitigen Abreise von Serge Gnabry erstmals als Kapitän aufs Feld führen wird. Vor dem Anpfiff richtet sich der Blick vor allem darauf, wie stark Klopp seine Mannschaft nach dem Sieg gegen Serbien erneut verändert.

Tor

Auf der Torwartposition gibt es diesmal keine Rochade. Nachdem in den ersten drei Partien bereits Marc-André ter Stegen, Alexander Nübel und Jonas Urbig zum Einsatz gekommen waren, erhält Urbig nun direkt den nächsten Startelfeinsatz. Klopp will dem 23-Jährigen zusätzliche Spielpraxis geben. Finn Dahmen vom FC Augsburg und Noah Atubolu müssen damit weiter auf ihr Länderspieldebüt warten.

Abwehr

Auch in der Viererkette sind Umbauten denkbar. Auf den Außenbahnen könnten Ridle Baku und David Raum neu in die Anfangsformation rücken. Im Abwehrzentrum ist zudem der Stuttgarter Neuling Finn Jeltsch als Partner des erfahrenen Dortmunders Waldemar Anton eine Option.

Mittelfeld

Im Mittelfeld hat sich das junge Trio aus Tom Bischof, Aleksandar Pavlovic und Florian Wirtz mit seinem starken Auftritt gegen Serbien nachdrücklich empfohlen. Vieles deutet darauf hin, dass Klopp diesem Gespann erneut vertraut.

Pavlovic warb selbst für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit:

„Es hat unglaublich Spaß gemacht, mit den beiden zu zocken. Man hat gesehen, dass wir alle drei mit dem Ball etwas draufhaben.“

Offensive

In der Offensive muss Klopp mindestens eine Änderung vornehmen. Für den abgereisten Gnabry könnte dessen Bayern-Kollege Lennart Karl auf dem rechten Flügel beginnen, was der Bundestrainer bereits andeutete. Derry Scherhant empfahl sich beim 2:0 gegen Serbien mit Tempo und Zug zum Tor für einen weiteren Einsatz.

Im Sturmzentrum hinterließ Nick Woltemade auch ohne eigenen Treffer einen ordentlichen Eindruck, weil er gut in das Zusammenspiel mit den kreativen Mittelfeldspielern eingebunden war.

Griechenland ohne Tzolis

Auch der Gegner muss einen personellen Rückschlag verkraften. Griechenland geht ohne den verletzten Topstürmer Christos Tzolis in das Duell, bleibt aber dennoch der bislang ungeschlagene Spitzenreiter der Gruppe.

Mit der Partie endet zugleich die intensive Auftaktphase der Nations League. Weiter geht es für die DFB-Auswahl am 13. November in Serbien, ehe drei Tage später in Berlin das abschließende Gruppenspiel gegen die Niederlande ansteht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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